Online: 29.10.2014 - ePaper: 29.10.2014

Susanne von Imhoff: Gemeinschaft bauen

pw Vietze. Zu vielen ihrer ehrenamtlichen Aufgaben ist Susanne von Imhoff über ihre Arbeit gekommen. Die Sozialpädagogin, Psychosozialtherapeutin und Supervisorin hat 20 Jahre in der Ehe-, Lebens- und Erziehungsberatung des Kirchenkreises Lüchow-Dannenberg gearbeitet und ist dort unter anderem mit dem Verein „Die Wendlandbrücke“ mit Menschen mit psychischen Erkrankungen in Kontakt gekommen. Deren Projekte  fand die Vietzerin gut, darum arbeitet sie seit Jahren in dem Verein mit. Nach Lüchow-Dannenberg gekommen ist die 69-Jährige aber durch den Widerstand gegen die atomaren Anlagen in Gorleben, der nach wie vor einen ihrer Interessen-Schwerpunkte bildet: „Die Umwelt und Natur zu erhalten und vor dieser destruktiven Technologie zu erhalten, ist ein Grund, warum ich mich politisch engagiere“, sagt Susanne von Imhoff. Die Vietzerin ist Gründungsmitglied der Castorgruppe Höhbeck-Gartow-Gorleben und auch in der Bürgerinitiative Umweltschutz aktiv.
In der Gemeinde Höhbeck ist sie in der zweiten Wahlperiode Gemeinderätin und versucht in dieser Tätigkeit, „soweit wie irgend möglich in der direkten Umgebung dazu beizutragen, dass es zu sozialem Ausgleich und einem lebenswerten Umfeld kommen kann“. In ihrer Funktion als Gemeinderätin, aber auch als Vorsitzende des Kapellenvorstandes Vietze war sie beim Elbhochwasser im vorigen Jahr stark engagiert. Unter anderem organisierte sie die Verteilung der Spenden für die Hochwasseropfer in Vietze. Außerdem kümmerte sie sich darum, dass die ebenfalls betroffene mittelalterliche Feldsteinkapelle saniert werden konnte.
Als Vorsitzende des Kapellenvorstandes sitzt Susanne von Imhoff auch im Vorstand des Restorfer Kirchenvorstades und dem des übergeordneten Kirchspiels an Seege und Elbe. Zur Wahl gestellt hat sie sich vor rund zehn Jahren, „weil ich finde, dass die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes im Ort bleiben muss, sie ist eines der Zentren im Dorf.“
Darum habe sie auch die einjährige Lektorenausbildung absolviert. Ihr Ziel ist es, „den Zusammenhalt, den Kirche für alle Menschen anbietet, zu stärken und dadurch Gemeinschaft zu bauen“. Denn die Gefahr, dass Jahrhunderte geltende menschliche Wertmaßstäbe verloren gehen, sei groß. „Und da verbindet sich Kirche wieder mit Politik“, sagt Susanne von Imhoff. So ist das Mitglied des Diakonie-Ausschusses des Kirchenkreistages gerade in den „Runden Tisch Migration“ berufen worden. Als Gemeinderätin ist sie außerdem Beauftragte für das Museum Vietze. Der Höhbeck sei voll von „Schätzen unter dem Boden, das darf man nicht verloren gehen lassen“, sagt von Imhoff, die sich schon immer für Geschichte interessiert hat – ebenso wie für Musik. Bereits seit 15 Jahren engagiert sie sich für die „Schubertiaden  Schnackenburg“, seit drei Jahren vom Vorstand aus. „Ich habe relativ viel Zeit, Dinge zu tun, und ich habe große Lust, mit anderen etwas Sinnvolles zu tun, das nicht nur belastet, sondern auch Spaß macht. Es ist wichtig, dass Menschen ihre Zeit Dingen widmen, die sie für wertvoll und sinnvoll halten.“
Eine Gesellschaft, in der alle nur gegen Bezahlung arbeiten, sei nicht überlebenswert, ist von Imhoff überzeugt und verweist auf die vielen Menschen „die Gesellschaft und unser Zusammenleben in Lüchow-Dannenberg und darüber hinaus bauen“.

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