Online: 04.11.2014 - ePaper: 04.11.2014

Hans Walpert: Ein Mann der Gespräche

ZoomHans Walpert aus Lüchow

tl Lüchow. Der Name Hans Walpert steht in Lüchow als Synonym für Bügerengagement. Ein Mann der Öffentlichkeit ist Walpert aber nicht gern, wie er zugibt. "Ich arbeite lieber in der zweiten Reihe", sagt Walpert. Seine Verdienste für die Kreisstadt sind deswegen jedoch nicht klein.

Eher das Gegenteil. 2003 habe er begonnen, die Homepage der Lüchower St.-Johannis-Kirchengemeinde zu pflegen, erinnert sich der pensionierte Schulleiter. "Wenn ich gefragt werde, und die Zeit es zulässt, dann sage ich nicht nein", erzählt der Lüchower. Er will sich in seinem Ruhestand nicht bequem in den Sessel setzen, das fülle ihn nicht aus. Deshalb engagiert er sich auf vielfältige Weise, um das Lüchower Gemeindeleben etwas bunter zu gestalten. Das kirchliche Gemeindeleben begleitet Hans Walpert als leidenschaftlicher Fotograf stets mit der Kamera. Er betreibt über das Bild in gewisser Weise Öffentlichkeitsarbeit, und das mit einem konkreten Ziel: "Ich möchte gern deutlich machen, was Gemeinde außerhalb von Gottesdiensten am Sonntag bedeutet." Egal, welches Groß- oder auch kleineres Ereignis in der Gemeinde ansteht, Hans Walpert ist von der ersten bis zur letzten Minute mit seiner Kamera dabei. Die Menschen in der Gemeinde wissen Walperts Engagement sehr zu schätzen, "es ist eine tolle Art der Begegnung", erzählt der 78-Jährige, der sich in seiner Freizeit mit Ausdauersport fit hält.

Ausdauer musste Walpert auch in den Jahren 2006 bis 2008 beweisen. Als Vorsitzender der Gruppe, die sich um das Jubiläumsstadtfest Lüchows kümmern sollte, führte er unzählige Gespräche. Walperts Anliegen war es, für das Jubiläum in der Festwoche alle Vereine, Dorfgemeinschaften und Schulen unter einen Hut zu bringen. Das kostete Zeit, viel Zeit. "Die Gespräche bringen einen auch persönlich weiter, sie bereichern mich." Doch die Gespräche allein waren nicht genug. Schließlich war Walpert auch dafür verantwortlich, dass es ein vernünftiges Konzept für das Stadtfest gibt. "Die Bereitschaft der anderen, mitzumachen, hat die Arbeit sehr erleichtert", weiß Walpert. Als es dann soweit war, hatten Walpert und dessen Mitstreiter nicht nur einen riesigen Festakt mit Neukompositionen von Nuri El Ruheibany auf die Beine gestellt, sondern auch einen großen (Trachten-)Festumzug organisiert, den Tag der Schulen ins Leben gerufen, die Dorfgemeinschaften in Form eines Rundlings auf dem Mehrzweckplatz präsentiert. Walpert liebt die Detailarbeit, auch wenn sie noch so viel Zeit in Anspruch nimmt. Was er sich vornimmt, soll auch ordentlich werden.

Aus dem Jubiläumsfest ist nun ein ständig wiederkehrendes Stadtfest geworden. Walpert engagiert sich in zahlreichen Folgevereinen und Arbeitskreisen, "Lüchower Akzente" oder dem revitalisierten "Wendländischen Geschichts- und Altertumsverein". Er sei stets an dem interessiert gewesen, was etwas Neues schafft. Etwa die Lüchower Bildergalerie in der Langen Straße. "Man muss auch an das kleine Format denken", sagt Walpert.

Sein Engagement steckte er auch in die Organisation der Lüchower Stadtpartie. Ihm sei es wichtig, etwas zu schaffen, das allen etwas bietet. "Und dabei ist mir besonders daran gelegen, dass es nachhaltig ist."

Nicht zu vergessen ist die Lüchower Bürgerstiftung, in dessen Stiftungsrat er saß. Von seiner Familie erfährt Walpert volle Unterstützung. Auch aus der Bevölkerung, auch wenn er, wie er immer wieder gerne betont, nicht gern im Mittelpunkt steht. Bescheidenheit ist eben Walperts Größe.

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