Online: 04.11.2014 - ePaper: 04.11.2014

Werner Gebert: Der Unermüdliche

ZoomAnpacken ist Werner Geberts Stärke. Auch mit der Hacke, um Wanderwege von Unkraut zu befreien.

tl Breese im Bruche. Als Werner Gebert aus Breese im Bruche vor weit mehr als 20 Jahren an der Bushütte in Jameln stand, um mit seiner Frau auf einen Bus zu warten, ärgerte er sich sehr: "Das Häuschen war voller Müll, überall, auch unter den Bänken. Das sah schlimm aus." Als er eine Woche aus dem Urlaub später wiederkam, schnappte er sich Schaufel, Eimer und Tüten und sammelte den Müll in dem Häuschen auf. Seit dem macht Gebert das regelmäßig, immer wenn er Pfandflaschen wegbringt, hält er dort an und kehrt den Dreck auf, sammelt Taschentücher, Flaschen, Zigarettenschachteln, Papiermüll auf.

"Dort steigen doch jeden Morgen Kinder in den Bus, dann darf es dort nicht so aussehen", sagt der 82-Jährige. Er hofft, dass der saubere Anblick des Buswartehäuschens ein Anreiz für die Jugendlichen sein könnte, den Platz sauberzuhalten. Aber auch, wenn es jedesmal wieder voller Müll ist, lässt Werner Gebert sich nicht davon abhalten, wieder mit Eimer und Besen vorbeizukommen. "Den Müll nehme ich mit nach Hause und sortiere ihn dort in meine Mülltonnen." Der Rentner scheint unermüdlich zu sein. "Geht nicht, gibt es nicht", sagt Werner Gebert, "nicht lang schnacken, anpacken", lautet sein Motto, das ihn immer wieder dazu antreibt, sich für das Allgemeinwohl seiner Gemeinde einzusetzen.

Das Buswartehäuschen allein steht aber nicht auf seiner Liste. Gebert pflegt Wanderwege rund um Breese im Bruche, "damit dort aufrecht und mit Hut entlanggehen kann". Er stellt Bänke rund um die Ortschaft auf, damit Wanderfreunde sich auch einmal eine Pause gönnen können. Wenn er mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat er immer eine Säge oder eine Astschere dabei, um immer auf herunterhängende Äste vorbereitet zu sein. Vor einigen Jahren hat er einen ganzen Wanderweg an einem Feldrand wiederhergestellt, dort lag auch ein Baum um. Gebert packte mit Helfern an, um den Baum beiseite zu schaffen. Als Dank bekam er von der Gemeinde ein großes Schild aus Holz mit der Aufschrift "Werner Gebert Weg", das noch heute an dieser Stelle hängt. Und den Bahnübergang zwischen Jameln und Breese im Bruche befreit Gebert regelmäßig nach Regenfällen von angesammeltem Rollsplitt, der dort immer wieder einen Wasserstau verursacht. "Das ist gerade für Radfahrer hochgefährlich." Den Splitt nimmt er mit und bessert damit an anderen Stellen der schmalen Straße große Löcher aus. Die Leute aus dem Ort und der Gemeinde kennen Gebert für seine guten Taten, und sie wissen es zu schätzen. Seine Familie, seine Frau, der Sohn, die Tochter und die vier Enkelkinder, sind begeistert von Geberts Engagement. Wer etwas zu reparieren hat, der geht zu Gebert. Der ist nämlich gelernte Huf- und Wagenschmied, hat lange bei der SKF in Lüchow gearbeitet. Alles, was mit Schweißen, Löten und Schrauben zu tun hat, beherrscht Werner Gebert quasi im Schlaf. "Die Leute kommen mit allem möglichen zu mir, aber ich helfe gern. Vor zwei Jahren habe ich mir sogar extra noch ein neues elektrisches Schweißgerät gekauft." Wenn Gebert etwas in der Gemeinde repariert, und jemand nachfragt, wer das getan hat, dann sagt Gebert nur: "Ich weiß nicht, wer es war." Er ist eben ein ganz bescheidener Mann.

Und der 82-Jährige kann es nicht lassen, Bäume zu pflanzen. "In der alten Kuhle, die sah nämlich ziemlich schrecklich aus. Aber andere Leute pflanzen dort auch Bäume." Einer von Geberts dort gepflanzten Wallnussbäumen hat vor zwei Jahren eine große Ernte beschert. Passender könnte dieses symbolische Bild für Geberts Arbeit, die Früchte für die ganze Gemeinde abwirft, wirklich nicht sein.

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