Online: 06.11.2014 - ePaper: 06.11.2014

Horst Wellmann: Jugendliche motivieren

ZoomHorst Wellmann aus Dannenberg hat sich um Jugendliche und junge Leute gekümmert, die Unterstützung brauchten.

dm Dannenberg. "Das Schönste war für mich die Arbeit mit jungen Menschen", blickt der 76-jährige Dannenberger Horst Wellmann auf sein über vier Jahrzehnte dauerndes ehrenamtliches Engagement zurück, das er in diesem Sommer aus Altersgründen stark reduziert hat. Nachdem sich der heute pensionierte Polizist über 20 Jahre lang vor allem im Handball als Trainer einen Namen in Lüchow-Dannenberg und darüber hinaus gemacht hatte, kümmerte sich Wellmann vor allem um Jugendliche, die seine Hilfe benötigten. Zuletzt hat er sechs Jahre lang als ehrenamtlicher FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr)-Koordinator dazu beigetragen, dass dieses Projekt des MTV Dannenberg ein Erfolg wurde.

Horst Wellmanns Aufgabe war es dabei, nicht nur die Jugendlichen zu betreuen, die während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres als Hilfskräfte im Sportunterricht an den Grundschulen Gusborn, Dannenberg, Hitzacker und Prisser und an der früheren Hauptschule Dannenberg eingesetzt wurden. Er war nicht zuletzt auch Ansprechpartner für die Lehrerinnen und Lehrer. "Ich habe Stundenpläne für die Jugendlichen erarbeitet und überlegt, wo man sie am besten einsetzen kann", erzählt der 76-Jährige. Denn die jungen Leute mussten 38 Schulstunden pro Woche leisten.

Viel Zeit verbrachte er auch damit, die Jugendlichen bei der Organisation ihres FSJ zu unterstützen. Das ging soweit, dass er mit ihnen die Lehrprobe für den notwendigen Übungsleiterschein erarbeitete. In den ersten Wochen musste er sich meist bis zu dreimal pro Woche mit den FSJlern treffen. "Wenn es gut lief, dann wurde es weniger", erzählt Wellmann.

Sein Einsatz für das FSJ-Projekt ging so weit, dass er an den Schulen als Ersatz einsprang, wenn die FSJler ausfielen: "Dann habe ich selbst die Schüler betreut und bei ihren Hausaufgaben beaufsichtigt." Das habe ihm auch deshalb Spaß gemacht, weil er sich dafür selbst in den Stoff einlesen musste: "Das hat mich gereizt." Zudem habe er viele neue Impulse erhalten und sich auch theoretisch mit Bildung und Jugend befasst. Sein Ziel bei diesem Projekt war es, die Jugendlichen so zu motivieren, dass sie aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr etwas für ihr weiteres Leben mitnehmen. "Für mich war dieses Engagement sowieso sinnvoll, weil ich mich geistig anstrengen musste", ist sich der Dannenberger sicher.

Seine ersten Erfahrungen als Unterstützer von jungen Leuten hatte Horst Wellmann schon Mitte der 1990er-Jahre gesammelt, als ihm das Amtsgericht Dannenberg die Pflegschaft für eine junge Frau übertrug, die aus dem Kinderheim entlassen worden war. Später kümmerte er sich zwei Jahre lang als Mentor um eine Hauptschülerin, die dann auch dank seiner Begleitung den Hauptschulabschluss schaffte.

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