Online: 07.11.2016 - ePaper: 08.11.2016

Mensch-Kandidat Helmut Helmecke: THW-Jugend im Herzen

ZoomHelmut Helmecke leitet seit 1993 mit ein paar Jahren Unterbrechung die Jugendgruppe des THW-Ortsverbandes Lüchow-Dannenberg mit großem Engagement.

von Detlef Boick

Wustrow. Für viele Lüchow-Dannenberger ist er der THW-Mann in der blauen Arbeitskleidung, der auf Festen die Spielstraße des THW-Kreisverbandes betreut: Helmut Helmecke aus Wustrow, der sein über vier Jahrzehnte währendes ehrenamtliches Engagement dem Technischen Hilfswerk gewidmet hat. Die meiste Zeit davon als Gerätewart und zuletzt mit ein paar Jahren Unterbrechung seit 1993 als Jugendgruppenbetreuer. Erst vor ein paar Tagen hat der 60-Jährige die Leitung dieser Gruppe abgegeben.

"Ich wollte anderen Leuten helfen und etwas für die Allgemeinheit machen", nennt Helmecke den Grund, warum er sich 1972 der THW-Ortsgruppe Lüchow-Dannenberg angeschlossen hatte. Auf das Technische Hilfswerk fiel seine Wahl wegen des großen Einsatzspektrums und weil THW-Helfer weltweit eingesetzt werden. Für ihn blieb es bei Einsätzen im Inland, seine Bestimmung fand er Anfang der 1990er-Jahre. 1993 übernahm Helmecke die Jugendgruppe des THW, in der der engagierte Ehrenamtliche im Durchschnitt zwei Dutzend Jugendhelfer und -helferinnen betreute. Dabei wollte er den Jugendlichen nicht nur den Umgang mit der Technik, beispielsweise mit Motorsägen, beibringen, sondern vor allem zeigen, dass es das Wichtigste ist, anderen Menschen zu helfen. "Ich habe immer besonders viel Wert auf Kameradschaft und Menschlichkeit gelegt", betont Helmecke.

Der Wustrower leitete die Gruppennachmittage und fuhr mit dem THW-Nachwuchs einmal jährlich für zwei Wochen ins Zeltlager. "Dafür nahm ich immer einen Teil meines Jahresurlaubs." Besonders wichtig war ihm jedoch der jährliche humanitäre Einsatz. Schlucken muss der kräftige Mann immer noch, wenn er sich an die Weihnachtsaktion in einem Waisenhaus in Cottbus vor 21 Jahren erinnert, als die Jugendgruppe selbstgebautes Kinderspielzeug in die brandenburgische Stadt brachte und für die Kinder das Weihnachtsfest ausrichtete. "Meine Jugendlichen sollten nicht nur lernen, mit Maschinen umzugehen, sondern auch, dass sie erst anderen eine Freude machen, bevor sie selbst feiern", blickt das THW-Urgestein zurück. Dabei hätten die Lüchow-Dannenberger THW-Kinder und -Jugendlichen auch gemerkt, wie gut es ihnen gehe, denn bei den Waisenhausbewohnern handelte es sich um schwer misshandelte und traumatisierte junge Menschen.

Für jedes Jahr sei ihm eine andere humanitäre Aktion eingefallen, schildert der Jugendbetreuer: "Das hat immer geklappt." Bekannt sind in Lüchow-Dannenberg die selbstgebauten Schaukelpferde, die die THW-Jugendgruppe zum Weltkindertag an einige Lüchow-Dannenberger Institutionen verschenkt hat.

Mehrere Dutzend THW-Junghelfer haben im Laufe der Jahre die Jugendgruppe durchlaufen. Viele von denen, die Lüchow-Dannenberg nicht verlassen haben, engagieren sich immer noch im THW-Ortsverband, freut sich der 60-Jährige. Gut 1000 Stunden im Jahr hat er dem THW gewidmet, schätzt Helmut Helmecke. Zur Betreuung der Jugendlichen kamen Einsätze, Tagungen und Fortbildungen hinzu.

Der Wustrower hatte sich 1972 gleich für zehn Jahre verpflichtet, brauchte deshalb nicht zur Bundeswehr. "Daraus sind 44 Jahre geworden", sagt Helmecke, als wundere er sich darüber. Als er damals beim THW anfing, war die Ortsgruppe noch in Neu Tramm beheimatet. Helmecke machte mit seiner Jugendgruppe mehrere Umzüge mit, jetzt ist sie in Lüchow stationiert. Der gelernte Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, der seit vielen Jahren als Werkzeugbauer bei der SKF in Lüchow arbeitet, übernahm damals gleich den Posten des Gerätewartes, absolvierte Ausbildungen und Speziallehrgänge.

Bei Einsätzen im Ausland war er zwar nicht dabei, dafür half er zehn Tage in Eschede bei der Waldbrandkatastrophe 1975 und mehrmals, wenn die Elbe über die Deichkronen zu schwappen drohte. Auch beim Flüchtlingsansturm vor einem Jahr gehörte Helmecke zu den freiwilligen Helfern, stellte Zelte für Flüchtlinge auf und richtete eine Unterkunft in Bad Bodenteich mit ein.

Glück hatte der Wustrower, dass auch seine Familie mitgemacht hat, seine drei Kinder waren selbst im THW. Doch jetzt ist dieser Abschnitt seines Lebens vorbei: "Jetzt sind meine Enkelkinder dran. Ich habe mein Bestes gegeben."

 

Helmut Helmecke in fünf Sätzen

Ich engagiere mich, weil es mir Spaß macht, mit anderen Leuten zu arbeiten.

Mein Lebensmotto lautet: Helfe deinem Nächsten.

Meine Stärke ist, jungen Leuten etwas beibringen zu können.

Meine Schwäche ist, Klugscheißern zuzuhören.

Ich wünsche mir, dass die Menschheit sich wieder auf die Realität besinnt.

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