Online: 08.11.2016 - ePaper: 09.11.2016

Wahl zum Menschen Lüchow-Dannenbergs: Heute Kandidatin Tina Heine

ZoomSie ist mit Tieren groß geworden. Sich um sie zu kümmern, ist für Tina Heine aus Jameln eine Selbstverständlichkeit geworden.

rg Jameln. Jonas weicht seinem Frauchen nicht von der Seite. Immer hat die junge Promenadenmischung sie im Blick, schaut ganz genau zu, was sie so tut - auch, wenn sie nichts tut. Sein Frauchen, das ist Tina Heine, und Jonas ist ein Straßenhund - Heine hat ihm das Leben gerettet, indem sie ihn adoptierte. Für die Tierfreundin eine Selbstverständlichkeit. Den schwachen, jenen, die sich nicht selbst helfen können, zu helfen, hat sie sich zur Aufgabe gemacht. Seit mehr als zehn Jahren lebt sie nach dieser Devise - und engagiert sich wie kaum eine andere bei der Tierhilfe Wendland. Die es, ganz nebenbei, ohne Heine gar nicht mehr geben würde, denn sie ist, wenn man so will, die Leiterin der Einrichtung, weil nur sie im ganzen Verein die Erlaubnis hat, einen Tierhof wie jenen der Tierhilfe in Metzingen zu leiten.

Seit 2010 lebt die 31-Jährige in Jameln. Geboren wurde sie in Gardelegen, zog aber früh nach Lüchow-Dannenberg, erst nach Gartow, dann nach Dannenberg, später nach Jameln. Und seit zehn Jahren opfert sie fast ihre gesamte Freizeit der Hilfe für Tiere. "Wir haben zu Hause immer schon Tiere gehabt, Pferde vor allem", blick Heine zurück. Später, als sie allein in Dannenberg lebte, hatte sie dort nur ein Meerschweinchen und ein Kaninchen, bekam dann aber von einer befreundeten Familie ihr eigenes Pferd geschenkt, Feline, was "mich damals sehr glücklich machte". Dann aber las sie in der EJZ, dass man bei der Tierhilfe Wendland dringend Hilfe benötigt - und "für mich war klar: Ich kann da was machen". Erst half sie an Wochenenden, später dann regelmäßig. Bis zu jenem Tag, als ein kleines, krankes Kätzchen zu dem damals noch in Breustian residierenden Verein gebracht wurde. "Das habe ich aufgepäppelt und durfte es später mit nach Hause nehmen. Das war ein großer Vertrauensbeweis", erinnert sich Tina Heine. Und wenn man so will, der Auftakt für ihr großes Engagement.

"Kleine Katzen können sich nicht selbst helfen, sie brauchen einen", sagt Tina Heine. Es sei furchtbar, was Menschen auch hier in Deutschland, hier in Lüchow-Dannenberg ihren Tieren antäten. "Sie werden ausgesetzt, weggeworfen, vernachlässigt, geschlagen. Da kann einem übel werden", sagt die 31-Jährige. Den Tieren, die solches erleiden müssen, zu helfen, sei für sie immer mehr "zu einer Selbstverständlichkeit geworden", blickt sie zurück. "Weil es sein muss. Und weil man auch unglaublich viel zurückbekommt. Tiere geben bedingungslose Liebe, sie verlangen nichts dafür, machen ihre Zuneigung nicht von irgendetwas abhängig. Sie geben, ohne zu fordern."

Tina Heine geben die Tiere auch Lebensmut. Kraft, weiterzumachen. 2015 wurde bei ihr Krebs diagnostiziert, seither musste sie Chemotherapien und Bestrahlungen durchmachen, war "kurz davor, aufzugeben", sagt sie. Doch die Arbeit mit und für Tiere habe ihr Kraft gegeben, habe sie aufgerichtet, Mut gemacht. "Ohne diese Arbeit, ohne die Tiere, hätte ich es nicht geschafft", glaubt sie. Jetzt ist sie auf einem guten Weg, die Prognosen seien positiv. Jetzt wolle sie auch anderen Mut machen, zu kämpfen, auch wenn es schier aussichtslos aussehe. Vor ihrer ersten Chemotherapie hatte sie sich ihre langen blonden Haare abschneiden lassen und dem Verein "Krebs - Kinder in Not" gespendet, damit man daraus eine Echthaarperücke für krebskranke Kinder machen konnte. "Ich bin erwachsen, ich stehe so etwas durch. Aber Kinder oder Jugendliche kann es sehr belasten, wenn einem durch die Therapie die Haare ausgehen. Meine Haare wären ja sowieso weg gewesen - so kommen sie noch einem guten Zweck zugute", lächelt sie.

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