Lokales

»Das ist furchtbar für die Stadt»

Ratskeller-Ruine: Dannenberger Geschäftsleute befürchten langes Warten auf eine Lösung des Problems

jg Dannenberg. »In den öden Fensterhöhlen wohnt das Grauen, und des Himmels Wolken schauen hoch hinein»: »An diesen Vers aus Schillers ,Glocke» muss ich immer denken, wenn ich auf die Ruine hier gucke», sagt ein »Ur»-Dannenberger, der auf dem Marktplatz seiner Stadt steht, auf die Überreste des Hotels blickt und sich fragt: »Wann es da wohl weitergeht?» Diese Frage bewegt auch Geschäftsleute der Jeetzelstadt-vor allem in der Langen Straße, denn: Noch gibt»s nichts Neues in Sachen Ratskeller Dannenberg, weder zu einer künftigen Nutzung noch zur Wiederaufnahme der Bauarbeiten. An polizeilichen oder staatsanwaltlichen Ermittlungen liege es nicht, dass die Arbeiten nicht weitergehen, so war aus Behördenkreisen zu erfahren.

In den Reihen der Einzelhändler wächst der Unmut über die Beeinträchtigung des Stadtbildes durch die Ruine und auch über die Einengung der Zufahrt zur Langen Straße. Jüngst wurde das Thema auch während einer Zusammenkunft der Werbegemeinschaft erörtert, aber: »Was sollen wir tun? Wir können noch so viel sagen und schreiben - an die Stadt zum Beispiel, es bewegt sich ja doch nichts», bedauerte Ernst Bader, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, gestern im Gespräch mit der EJZ.

Die Stadtverwaltung ist nicht untätig: »Wir kennen die Beschwerden, und sie werden in der Verwaltung und auch in den Arbeitskreisen des Marketings diskutiert», berichtet Ursula Fallapp, Leiterin des Marketings im Bereich Elbtalaue. Man bemühe sich sehr intensiv, zusammen mit dem Eigentümer des zerstörten Gebäudes, Hotelier Uwe Koch, ein Konzept für die Zukunft des Hauses zu entwickeln. »So schnell wie möglich» sollen die Arbeiten am Ratskeller wieder aufgenommen werden, das wünsche sich auch die Stadt und vor allem »eine Nutzung, die gut ist für Dannenberg.»

Das wünschen sich auch die Ladenbesitzer in der Langen Straße. Zwar wirke sich die Brandruine und deren Anblick nicht unmittelbar auf den Umsatz aus, meint beispielsweise Floristmeisterin Margot Pruschke, aber es sei doch ärgerlich, dass durch die Stützmaßnahmen an der Brandstelle die Lange Straße am Marktplatz eingeengt ist. Dies habe zur Folge, dass Lkw, auch ihr Blumen-Lieferant, nicht mehr direkt zum Geschäft fahren können. »Ich vermute, dass das noch sehr lange dauert, bis das Problem Ratskeller gelöst ist», sagt Margot Pruschke. Dieselbe Prognose äußert auch Doris Haase-Moormann von »Buch und Musik», und: Dannenberg sei doch eine so nette Stadt mit so vielen schönen Häusern - und dann an zentraler Stelle so eine Ruine: »Das ist doch furchtbar für das Ansehen der Stadt». Ähnlich empfindet Heino Rygula vom »Jeans-Schapp»: Die Überreste des Ratskellers machen vor allem auf Touristen keinen guten Eindruck, meint er. Der Marktplatz mit seinem Gebäudeensemble lade zwar zum Verweilen und Sich-Wohlfühlen ein, aber: »Wer mag sich denn da länger hinsetzen bei so einem Anblick?!» »Ich fürchte, das dauert noch Jahre, ehe sich da was ändert», sagt Rygula mit Blick auf den Ratskeller. Eine Befürchtung, die er mit vielen Dannenbergern teilt.

Bild: Die Ruine des Ratskellers wirkt abschreckend: In dieser Meinung sind sich viele Geschäftsleute in Dannenberg einig. Sie befürchten, dass es noch sehr lange dauern wird, ehe aus diesen Überresten wieder ein ansehnliches Gebäude wird. Aufn.: H. Jung

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