Lokales

Allmählich wird»s »schmerzhaft»

Rat Dannenberg fordert: Brandruine aus dem Denkmalschutz entlassen - Fürsprache von Landesbehörde

rg Dannenberg. Der Rat der Stadt Dannenberg hat die untere Denkmalschutzbehörde aufgefordert, den ausgebrannten »Ratskeller» aus dem Denkmalschutz zu entlassen. Die Mitglieder des Stadtparlamentes sprachen sich mit 15 zu 2 Stimmen dafür aus, eine entsprechende Resolution an den Landkreis als untere Denkmalschutzbehörde und an das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege zu schicken.

Täglich werde er auf der Straße angesprochen und gefragt, wie es mit dem Ratskeller nun weitergehe, berichtete Dannenbergs Bürgermeister Peter Selber (CDU). Doch noch gebe es viel zu viele Unsicherheiten. »Wir können nicht so einfach was machen», erläuterte Stadtdirektor Jürgen Meyer. »Der Ratskeller ist Privatbesitz, wir haben da keine Möglichkeiten.» Und genau das ist derzeit das Problem. Denn, so war aus dem Rat zu erfahren, der bisherige Besitzer des Gebäudes will offenbar gar nichts unternehmen, denkt weder an einen Wiederaufbau noch an eine andere Nutzung. »Es gibt aber andere Interessenten», stellte Stadtdirektor Meyer heraus. Doch diese wollen und können - nach eigenen Aussagen - nicht investieren, solange das Gebäude unter Denkmalschutz steht. »Was ist an einem Bau, der nicht einmal 100 Jahre alt ist, denkmalschutzwürdig», fragte Ratsherr Ernst Bader (CDU). Es werde allmählich schmerzhaft für Dannenberg, für die Bürger und die Geschäftsleute. »Es muss schnellstens etwas geschehen, so kann es doch nicht weitergehen.» Die Ruine verschandele den Anblick des Marktplatzes und verkomme zudem immer mehr zu einer Müllkippe. Barbara Felber unterstützte ihren Fraktionskollegen: »Der Schaden, den der ausgebrannte Ratskeller verursacht, die Verschandelung des Marktplatzes und die Beeinträchtigung der Geschäfte am Markt und in der Langen Straße gehen an die Substanz der Stadt. Wir müssen sehen, was wir machen können. Und wir müssen klar machen: Helft uns, sonst haben wir hier ein Problem.»

Wie die untere Denkmalschutzbehörde auf die nun verfasste Resolution des Dannenberger Stadtrates reagieren wird, bleibt abzuwarten. Allerdings ist zweifelhaft, ob man beim Kreis auf dem bisher nach außen kommunizierten Standpunkt, den Ratskeller in seiner ursprünglichen Form zu erhalten, weiter wird beharren können. Denn bei der übergeordneten Landes-Denkmalschutzbehörde geht man mittlerweile nicht mehr davon aus, dass der Ratskeller nach dem erlittenen Brandschaden noch ein Einzeldenkmal darstelle. »Die Reste des Ratskellers sind auf keinen Fall mehr ein Einzeldenkmal», sagte Friedrich Wilkening vom Landesamt für Denkmalpflege in Lüneburg. Und auch, ob die Ratskellerfassade noch dem Ensemble-Schutz unterliegt, sei »eine Grenzfall-Frage», so der Lüneburger Denkmalschützer. Dies habe er dem Landkreis als zuständiger Instanz mitgeteilt. Zudem, dass es vernünftig sein könnte, unter dem Aspekt der städtebaulichen Situation die Ratskeller-Reste abzureißen und durch einen »Neubau von hoher architektonischer Qualität» zu ersetzen, wenn der Erhalt der derzeitigen Baumaterie für die Investoren wirtschaftlich nicht vereinbar sei.

Es sei generell möglich, den Ratskeller aus dem Denkmalschutz zu entlassen, stellte Wikening heraus. Das sei allerdings nicht so ohne weiteres möglich, sondern müsse gut überlegt und begründet werden. Doch auch wenn sich darüber trefflich streiten ließe, ob die Ratskeller-Rudimente noch denkmalschutz-würdig seien, müsse man doch immer im Auge behalten, eine für das Stadtbild vernünftige Lösung zu finden.

Bild: Die Brand-ruine des ehemaligen Ratskellers in Dannenberg soll aus dem Denkmalschutz entlassen werden, um am Markt Platz für Neues schaffen zu können: Dies fordert der Stadtrat Dannenberg und erhält dabei Rückenwind von der Landes-Denkmalschutz-behörde.

Aufn.: R. Groß

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