Liste gegen das »Dreckloch»
Dannenberger Geschäftsleute wollen, dass an der Ratskeller-Ruine endlich etwas passiert
Sie haben »die Schnautze voll», so der Vorsitzende der Webegemeinschaft Ernst Bader, vom »unhaltbaren Zustand», und zwar dem des vor mehr als zwei Jahren abgebrannten Ratskellers. Dessen Ruine direkt am Marktplatz verkomme mehr und mehr zur »illegalen Müllkippe». »Es ist ein Dreckloch», ärgert sich Bader und spricht für viele Anlieger des Marktplatzes. Und dieses »Dreckloch» bedrohe mittlerweile nicht nur die Gesundheit der Anwohner, sondern auch die Existenz der Geschäftsleute.
Im Januar 2007 war das Gebäude am Dannenberger Marktplatz ausgebrannt, ein Mensch war damals in den Flammen ums Leben gekommen. Seither steht die Ruine dort, gestützt durch ein Korsett aus Beton und Holz. »Und das Gebäude ist mittlerweile nicht nur eine illegale Müllkippe, sondern auch ein, auf gut deutsch, Scheißhaus für Tauben geworden», ärgert sich Bader. Auch hätten Anwohner und Beschicker des Wochenmarktes berichtet, dass sich dort seit einger Zeit Ratten tummeln würden. »Es muss was getan werden», fordert Bader. Und das wollen die Geschäftsleute nun selbst in die Hand nehmen: Mit einer Unterschriftenliste wollen sie Druck ausüben, »Auf die Samtgemeinde, den Landkreis und auf den Noch-Eigentümer des Ratskellers, Uwe Koch», so Bader. Der Eigentümer sei nämlich dazu verpflichtet, das Areal mitten in der Stadt sauber zu halten, betont der Vorsitzende der Dannenberger Werbegemeinschaft. »Der muss was tun gegen den Müll, gegen die Tauben, die alles vollkoten, und gegen die Ratten», stellt Bader heraus. »Wir wollen, dass er seinen Pflichten nachkommt. Jeder andere Bürger muss das auch.» Die Samtgemeindeverwaltung müsse einschreiten, fordert Bader. Taubenkot und Ratten würden nämlich nicht nur das Einkaufsvergnügen in Dannenberg schmälern, und zwar so stark, dass die Existenzen einiger Ladeninhaber bedroht seien, sondern sie würden auch die Gesundheit der Einwohner gefährden. »Alle leiden», betont Bader, »und es geschieht nichts, seit Jahren.»
Bei der Samtgemeinde Elbtalaue ist man sich dieser Problematik durchaus bewusst. »Wir sind da dran», sagt die erste Samtgemeinderätin Petra Steckelberg, denn auch der Stadt sei natürlich daran gelegen, die Ratskeller-Problematik schnell zu lösen. Mit der Werbegemeinschaft habe man bereits gesprochen, so Steckelberg. »Und auch über den aktuellen Stand der Dinge informiert.» Dieser Stand ist, dass schon seit einiger Zeit eine Abrissgenehmigung für den Ratskeller-Rest beim Landkreis als zuständiger Behörde beantragt sei, denn es gebe bereits einen Investor, der auch schon Pläne für das Areal inmitten der Stadt habe - wenn erst einmal die Ratskeller-Ruine abgerissen ist. Der Abriss muss jedoch erst in »trockenen Tüchern» sein, war aus der Dannenberger Verwaltung zu hören: Ohne diese Abrissgenehmigung gebe es keinen Kauf und entsprechend auch keinen Neubau.
Die Abrissgenehmigung könnte schon in den kommenden Wochen erteilt werden, sagt Pertra Steckelberg. Der Landkreis habe von der Samtgemeinde noch einige Daten nachgefordert. »Die können wir eventuell schon in der kommenden Woche einreichen», hofft die erste Samtgemeinderätin. Dann liege es ganz beim Kreis, ob und wie schnell es am Ratskeller weitergeht. Und damit auch, ob und wann die »illegale Müllkippe» und das »Scheißhaus für Tauben», wie Ernst Bader es nannte, verschwindet.
Bild: Die Ratskellerruine wirft noch immer ihren Schatten auf den Dannenberger Marktplatz. Mittlerweile ist das ausgebrannte Gebäude ein Refugium für Tauben geworden - im Inneren liegt der Vogelkot teilweise zentimeterhoch. Und auch immer mehr Müll sammelt sich an dem Gebäude.












