Intensiv gearbeitet und viel gelernt
Musikwoche: 15 Jugendliche nahmen an Bläserakademie in Lüchow teil
Sie legen eine kurze Pause ein, als Olaf Krumpfer, Professor an der Dresdner Hochschule für Musik und Solo-Posaunist der Dresdner Philharmonie, mit seinen Posaunisten in die Aula kommt, um den Trompetern alte Volkslieder vorzuspielen. Das Ergebnis ist beeindruckend: harmonisch, voll- tönend und sehr gut aufeinander abgestimmt. Dabei haben die Posaunisten erst wenige Stunden üben können. Ihr Kurs hat am Freitag mit der Instrumentenpflege begonnen, bevor es ans gemeinsame Musizieren ging, das am Sonnabend fortgesetzt worden ist. In dieser Zeit aber »haben wir sehr intensiv gearbeitet, und ich habe sehr viel gelernt», sagt Meinart von Mirbach. Der 13-Jährige hat vor zwei Jahren angefangen, im Posaunenchor zu spielen und war begeistert, als ihn Musiklehrerin Renate Gollub fragte, ob er an der Bläserakademie teilnehmen wolle: »Ich habe gehofft, in der Akademie ein höheres Niveau zu erreichen.» Ihm gefällt auch das »nette Miteinander», mit dem der Achtklässler nicht unbedingt gerechnet hat, weil er im Vorfeld großen Respekt vor dem »Professor aus Dresden» hatte. Aber der »ist so persönlich mit mir umgegangen». Trotzdem wissen die Posau-nisten ihre Chance zu schätzen: »Man hat nicht immer die Gelegenheit, mit einem Musikprofessor zusammen zu lernen», sagt Roberta Schlüter. Die Trompeter können das erst seit Sonnabend, da Tobias Willner am Freitagabend noch in der Semperoper aufgetreten und erst spät in der Nacht in Lüchow-Dannenberg eingetroffen ist. Dafür dauerte ihr Kurs auch bis Montag, während die Akademie der Posaunisten am Sonntag endete. Obwohl Willner am Montagabend bereits wieder in Dresden auftreten muss, ist ihm die Bläserakademie eine »willkommene Sache, mal an der Basis Kontakt zu haben; mit Schülern zu tun zu haben, denen man Elementarwissen vermitteln kann». Etwa, »wie man die Luft besser einsetzen kann»: Das nämlich hat Niklas Schultz von den ersten zwei Unterrichtsstunden mitgenommen, in denen der 15-Jährige schon »sehr viel gelernt hat». Auch Olaf Krumpfer sagte sofort zu, als Festivalleiter Ludwig Güttler fragte, ob er Interesse an der Akademie habe: »Mich reizt immer, mit jungen Menschen zu arbeiten. Der Nachwuchs wird oft vernachlässigt.»
Die Förderung junger Nachwuchsmusiker war auch der Grund, warum Renate Gollub, Mitglied des Kuratoriums der Musikwoche, vorschlug, die Schulen mehr einzubeziehen. Die Leiterin der Lüchower Bläserklassen besucht seit Jahren mit ihren Schülern Konzerte der Musikwoche, die immer sehr beeindruckend seien. Für die Akademie hat sie 15 »interessierte und talentierte» Schüler des sinfonischen Blasorchesters des Gymnasiums angesprochen. »Ich denke, dass das eine feste Einrichtung werden könnte, die auch über das Gymnasium hinaus geht», ist Renate Gollubs Fazit der ersten Musikwochen-Bläserakademie.
Bild: Gemeinsam mit Olaf Krumper (rechts), Professor an der Hochschule für Musik in Dresden, erarbeiteten die acht Posaunisten mehrere Volkslieder. Das Ergebnis stellten sie am Sonntag ihren Eltern und Freunden vor. Aufn.: P. Witte












