Kultur lokal

Ein reizendes Quintett

Musikwoche Hitzacker: Kurzweiliger Unterhaltungsabend mit den Dresdner Salon-Damen

bm Hitzacker. »Ganz reizend und sehr kokett», hätten Zuhörer in einer früheren Zeit vielleicht gesagt, wenn auch »etwas frech». Aber alles in allem »durchaus salonfähig».

Es waren nicht nur adrette Abendkleider, ergänzt mit Hüten oder Kopfschmuck aus der Charleston-Zeit, welche dem Damen-Quintett aus Ostdeutschland Salonfähigkeit zusprachen.

Die brauchen die Dresdner Salon-Damen auch, wenn sie wie im Rahmen der Musikwoche Hitzacker am Mittwoch im Verdo ihr kurzweiliges, amüsantes und witziges Programm mit Schlagern aus den 20er-, 30er- und 40er-Jahren präsentieren. Die Dresdnerinnen führten das Publikum damit nicht nur auf eine musikalische Zeitreise, sondern auch durch Freud und Leid eines immer brandaktuellen Themas: der Liebe und des Verliebtseins. »Das gibt»s nur einmal, das kommt nicht wieder», sang und musizierte die Damenband und zauberte so manchem der rund 400 Zuhörer ein Schmunzeln auf die Lippen. Mit Schlagern wie »Kann denn Liebe Sünde sein?» oder »Für dich solls rote Rosen regnen» ernteten die Künstlerinnen viel Applaus. Sängerin Karolina Petrova moderierte charmant, warmherzig und sympathisch durch das Programm und philosophierte über das »Frausein an sich» und die typischen Ticks. Entsprechend lieferten die Musikerinnen ihren Einstand mit dem Stück »Der Damenschuh». Während der ganzen Vorstellung präsentierten sich die Salon-Damen äußerst vielseitig: In den vorwiegend von Pianistin Silke Krause entwickelten Arrangements der Hits aus den großen UFA-Filmen spielte Krause auch Akkordeon, die Cellistin wechselte zwischendurch zum Kontrabass und die Klarinettistin bekam einen Sonderapplaus für ihr Saxophonspiel. Die Violinistin sang auch die zweite Stimme, die Sängerin wiederum griff zwischendurch zur Violine. Das hätte sicherlich auch Zarah Leander gefallen, die schwedische Diva blickte von einem großen Plakat auf die Bühne, auf der auch weltberühmte Schlager der Ikone wie »Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen» zum Besten gegeben wurden. Zwei Stunden verzauberten die Salon-Damen mit Tango, Walzer und Kaffeehaus- und Salonmusik, bis das Publikum in die kalte Winterwelt entlassen wurde. Die Dresdner Salon-Damen gibt es seit zwölf Jahren. Zur Band gehört noch eine zweite Sängerin, entsprechend unterschiedlich sind auch die Vorstellungen: »Jeder moderiert anders. Ich mag es, über die Liebe zu singen und darüber Anekdoten zu erzählen. Jede unserer Vorstellungen ist ganz individuell», erzählt Karolina Petrova. Alle Bandmitglieder haben Musik studiert und sind durchs Faible für die Salonmusik zusammengekommen. In Hitzacker gastierten sie zum dritten Mal. Eingestimmt wurden die Gäste durch das Vorprogramm von »WendishBrass», einem Blechbläserensemble der Musikschule Lüchow-Dannenberg. Das Orchester spielte unter anderem musikalische Leckerbissen von Vivaldi und Händel, »Best of Beatles» oder auch ein »Theme from Miss Marple» aus den 20er-Jahren.

Bild: Mit Schlagern und Hits aus den 1920er- und 1930er- Jahren begeisterten die Dresdner Salon-Damen am Mittwoch das Publikum der Musikwoche Hitzacker. Aufn.: A. Beckmann

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