Online: 15.04.2012

Von Martin Kloth, dpa

Starke Flensburger erobern Platz zwei

ZoomTrainer Ljubomir Vranjes ist mit Flensburg-Handewitt auf dem Vormarsch. Foto: Jens Wolf

Leipzig (dpa) - Die SG Flensburg-Handewitt ist in der Handball-Bundesliga neuer erster Verfolger von Krösus THW Kiel. Gegen die Füchse Berlin holten die Norddeutschen einen Sieben-Tore-Rückstand auf. Meister Hamburg hat die Champions League auch noch im Blick.

Jahrhundert-Welthandballer Magnus Wislander gratulierte per Facebook. «Herzlichen Glückwunsch», schrieb der Schwede an seinen Landsmann Ljubomir Vranjes. Und der Trainer der SG Flensburg-Handewitt war völlig aus dem Häuschen über den Auftritt seiner Mannschaft beim 28:25 (12:17)-Bundesliga-Sieg gegen die Füchse Berlin. «So eine geile Sieg», tickerte Vranjes mit. Dank des Erfolges verdrängten die Norddeutschen den Viertelfinalisten der Champions League von Platz zwei und halten als erster Verfolger von Liga-Krösus THW Kiel Kurs auf die verlockende Königsklasse.

«Platz zwei, drei oder vier - das sind für mich alles nur Nummern», sagte Vranjes, «wir haben bis zum Saisonende noch viel Arbeit vor uns.» Im Schatten des kriselnden Meisters HSV Hamburg, des Triumphzuges der Kieler und des immer wieder überraschenden Hauptstadtclubs haben sich die Flensburger nahezu unbemerkt zu einem Top-Team entwickelt: Platz zwei in der Bundesliga, Halbfinale im DHB-Pokal gegen den TuS N-Lübbecke und Halbfinale im Europacup gegen BM Aragon. «Wir steuern auf ein tolles Saisonfinale zu», sagte Geschäftsführer Holger Kaiser voller Vorfreude und urteilte: «Die Mannschaft hat sich in allen Bereichen toll entwickelt.»

Das zeigte sie gegen die Füchse eindrucksvoll. Ohne Nationalspieler Holger Glandorf, für den die Saison nach einer Operation an der Ferse und einem bevorstehenden Eingriff an diesem Montag beendet ist, lag Flensburg bereits mit 12:19 (34.) hinten. Dann aber drehte der Gastgeber auf und das Spiel zu seinen Gunsten. Das 27:24 (57.) war die Vorentscheidung. «Ich habe von meiner Mannschaft teilweise Gutes, teilweise weniger Gutes gesehen», sagte Vranjes.

Die Berliner sind auf Platz drei abgerutscht und müssen um die direkte Qualifikation für die Champions League bangen. Dabei haderten die Füchse nicht nur mit dem Ausfall von Kreisläufer Torsten Laen wegen einer Knieverletzung, sondern ärgerten sich vor allem, dass das Sieben-Tore Polster nicht gereicht hat. «Eine Mannschaft unserer Qualität muss einen Sieben-Tore-Vorsprung über die Bühne bringen», sagte Manager Bob Hanning, «es ist schade, dass wir die Punkte nicht geholt haben - das war wirklich nicht nötig.»

Von hinten rückt derweil Titelverteidiger Hamburg näher. Der HSV ist nach dem 34:26 (18:11) beim TV Großwallstadt als Vierter nur noch einen Punkt von den Berlinern entfernt. «Das hat heute ganz gut geklappt, weil die ganze Mannschaft Gas gegeben hat», sagte Rechtsaußen Hans Lindberg. Der Europameister war mit 15 Toren überragender Spieler.

Und auch die Rhein-Neckar Löwen auf Platz fünf sind trotz fünf Punkten Rückstand auf Berlin noch nicht aus dem Rennen um die Champions League. Beim 30:24 (16:8)-Sieg gegen den TuS N-Lübbecke konnte Trainer Gudmundur Gudmundsson einige Stammspieler schonen.

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