Online: 10.05.2018 - ePaper: 10.05.2018

Polizei ermittelt

Todesdrohung: Übler Kettenbrief erreicht Zwölfjährige bei Besuch im Wendland

ZoomKettenbriefe, auch in digitaler Form, kennt nahezu jeder. Doch solche mit Todesdrohungen sind eher ungewöhnlich und werden von der Polizei verfolgt. Das betrifft auch einen aktuellen Fall aus dem Wendland.

Lüchow. Der Schock kam per WhatsApp-Nachricht am vergangenen Wochenende. "Meine Enkel erhielten plötzlich eine Nachricht auf ihr Smartphone, in der ihnen der Tod angedroht wurde", berichtet eine Frau aus der Samtgemeinde Lüchow noch immer schockiert. Offenbar handelt es sich um einen sogenannten Kettenbrief, der in früheren Zeiten auf analogem und jetzt auf digitalem Weg durch die Weltgeschichte geistert. "Bloß nicht darauf reagieren, haben die Eltern meinen Enkeln geraten", erinnert sich die Frau.

Doch die Nachricht ließ ihnen keine Ruhe. Kein Wunder, wird doch darin mit dem Tod gedroht, sollte die Nachricht nicht sofort an zwölf weitere Kontakte versendet werden. Wer die Nachricht nicht weiterschicke, der könne etwa enden wie Angelina, die das Ganze für Unsinn gehalten habe und am nächsten Morgen tot im Bett lag. Oder wie Tim, der laut Nachricht verstümmelt wurde. Wörtlich heißt es im letzten Absatz: "Wenn du nicht willst, dass dir das selbe passiert, dann weißt du, was du zu tun hast."

Am Abend habe der Schock bei den zwölfjährigen Kindern, die bei ihren Großeltern zu Besuch waren, noch so tief gesessen, dass sie nachts lieber bei ihren Eltern schlafen wollten. "Aus dem Alter sind sie eigentlich raus"; weiß die Großmutter. Ihr reichte es. Am Dienstag brachte sie den Spuk bei der Polizei zur Anzeige. Die ermittelt nun, wie Polizeisprecherin Antje Freudenberg bestätigt. "Jetzt gilt es zu prüfen, ob der Tatbestand der Bedrohung vorliegt." Grundsätzlich nehme die Polizei das Thema "sehr ernst" und rät allen Eltern in der Region zu erhöhter Aufmerksamkeit bei ihren Kindern. ↔tl

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