Online: 21.02.2017

Gespräch hilft beim Heilen

ZoomApotheker Ralf Arafa aus Hitzacker im ausführlichen Beratungsgespräch zum Medikationsplan. Foto: D. Muchow

Medikamente im Internet bestellen – glaubt man Werbung und Medienmeldungen, dann tun dies immer mehr Menschen. Aber: Bekomme ich dabei die gleiche Beratung wie in der Apotheke um die Ecke?
Zwar erhalte der Patient aus der Versandapotheke Informationen zu Einnahme und Wechselwirkungen, das persönliche Gespräch ersetzt dies aber nicht, ist sich Ralf Arafa, Inhaber der Kur-Apotheke in Hitzacker, sicher. Sein Credo: „Ein Satz geht immer. Zu jedem Medikament. Und meistens reicht ein Satz.“ In der Beratung könne mehr hinterfragt werden. Zudem erhält der
Patient Infos zur richtigen Einnahme von Medikamenten beziehungsweise zur Therapie, „die an einer Hotline kaum abgefragt werden können“.
Ein besonderes Augenmerk legt der Apotheker auf die Compliance beziehungsweise Adhärenz. Das heißt vereinfacht: Der Patient weiß, wofür die Medikamente sind und wie sie richtig eingenommen werden. Ob das Verständnis dafür gegeben ist, lässt sich nur im direkten Gespräch erkennen. Vor allem, wenn mehrere Präparate gleichzeitig eingenommen werden, bedarf es enger Abstimmungen. „Da können sich Arzt, Apotheker und Patient gut ergänzen“, weiß Ralf Arafa und fährt fort: „Im Allgemeinen funktioniert dies in
unserer Region gut.“
Als sinnvoll erachtet der Apotheker einen Medikationsplan, auf dem alles aufgelistet ist. Seit dem 1. Oktober 2016 haben alle Patienten, die gleichzeitig, dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden, Anspruch auf diesen vom Hausarzt. Apotheker ergänzen beziehungsweise unterstützen die Auflistung. Auf Wunsch erstellen sie einen kompletten Plan, unter Einbeziehung der freiverkäuflichen Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel und unter Abgleich zu Krankheiten und Allergien.
Wer grundsätzlich die gleiche Apotheke aufsucht, ist gut versorgt. Im Computersystem werden die Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel erfasst. Der Apotheker kann bei neuen Rezepten sofort erkennen, ob alles zusammenpasst. Wechselwirkungen sollen damit möglichst ausgeschlossen werden. Der Plan auf Papier für die Handtasche sei grundsätzlich eine gute Idee, so Arafa. Vor allem, wenn bei einer Reise eine Apotheke aufgesucht werden muss, zeigen sich die Vorteile.

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