Online: 21.02.2017

Du bist nicht allein

ZoomPhysiotherapeutin Sabine Riskau (l.) und Petra Jahrend beim Anziehen des Armstrumpfes. Foto: J. Feuerriegel

Warum allein leiden? Das fragen sich sicher viele. Selbst-
hilfegruppen beantworten das schon allein durch ihre Existenz: „Nein!“ Den Wissenschatz der anderen mitnehmen, sich austauschen und merken „Du bist nicht allein“ – das antworten Menschen auf die Frage, warum sie eine Selbsthilfegruppe besuchen und welchen Nutzen sie für sich daraus ziehen.
Eine noch recht junge Gruppe ist Wendland Lily. Im Sommer 2015 lud Petra Jahrend zum ersten Treffen ein, mittlerweile kommen Erkrankte mit Lip- und Lymphödemen jeden zweiten Freitag im Monat im Allerlüd Lüchow zusammen. Weder in Uelzen, Salzwedel oder Lüneburg gibt es so ein Angebot. „Die nächste Gruppe ist in Celle“, weiß Petra Jahrend. Die 51-Jährige ist der Motor von Lily, geht mit ihrer Erkrankung ganz bewusst nach vorn: „Ich habe mich 70 Prozent meiner bisherigen Lebenszeit gequält. Das sollen andere Frauen nicht erleiden.“ Es war eine lange Ärzteodyssee, bis die Diagnose stand: Lipödem. Das sind Fett-
verteilungsstörungen, die Beine, aber auch Arme betreffen. „Das Fett vermehrt sich einfach.“ Weder Diät noch Sport helfen. Linderung schaffen Kompressionen und OPs.
Da Hormone als Ursache vermutet werden, betrifft diese
Erkrankung vor allem Frauen. Von etwa 4,5 Millionen in Deutschland geht Wendland Lily aus. Dunkelziffer? „Hoch“, sagt die Lüchowerin.
Die Frauen von Wendland Lily  wollen aufklären, beraten, Hilfestellung geben, die Betroffenen stärken. Dabei auch dem Vorurteil entgegenwirken, die Frauen seien „dick gefressen“. Gleichzeitig ist es ihnen wichtig, eine Lobby gegenüber den Krankenkassen zu schaffen, um ausreichend Maßnahmen der Linderung zu erhalten.

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