Online: 21.02.2017

Hürden klein halten

ZoomAndrea Hanke JendritzkiFoto: AOK

„Meine Aufgaben sind sehr abwechslungsreich und reduzieren sich nicht auf Antragsbearbeitung. Ich komme mit den Menschen ins Gespräch und erfahre, was sie bewegt.“ Andrea Hanke-Jendritzki hat ein besonderes Aufgabenfeld: Die Lüchowerin, die ursprünglich als Kinderkrankenschwester arbeitete und vor
17 Jahren bei der AOK als Eltern-Kind-Beraterin startete, ist dort seit 2009 Präventionsberaterin mit dem Schwerpunkt Selbsthilfe. Dabei geht ihr Aufgabenspektrum deutlich über den Bereich der AOK hinaus. Denn fast alle Anträge von Selbsthilfegruppen gehen über ihren Schreibtisch. Andrea Hanke-Jendritzki betreut die Pauschalförderung kassenneutral für alle Selbsthilfegruppen in der Förderregion Lüneburg, zu der neben der Region Nord-Ost-Heide (Uelzen, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Winsen-Harburg) auch der Heidekreis und der Landkreis Celle gehören. 105 000 Euro waren dies im vergangenen Jahr. Dieses Geld fließt zum Beispiel in Raummiete, Fachliteratur, Infomaterial oder auch Kontoführungsgebühren der Gruppen.
Ein weiterer Topf, den die Präventionsberaterin – dort aber ausschließlich für die Region Nord-Ost-Heide – verwaltet, ist der für Projektförderung. 250 Gruppen gibt es in der Region, davon etwa 40 in Lüchow-Dannenberg. „Diese finden Sie alle regelmäßig auf der Rat-und-Hilfe-Seite in der Elbe-Jeetzel-Zeitung aufgelistet“, freut sich die Präventionsberaterin über die Einträge mit Ansprechpartnern auf einen Blick.
Die Selbsthilfegruppen können über die Projektförderung unter anderem Zuschüsse für Netzwerktreffen, dem Erstellen einer Homepage, für Workshops und Seminare, auch für Angehörige, oder auch Honorare für Referenten beantragen. Im Jahr 2016 wurde beispielsweise der Besuch von Ulrich Borowka, ehemaliger National-Fußballspieler, der bei der Guttemplergemeinschaft Stafette über seine Alkoholsucht sprach, gefördert. Weitere Beispiele: der Tag der Selbsthilfegruppen im Allerlüd, ein Seminar zur Motivation zur ehrenamtlichen Arbeit in der Suchtberatung, ein Workshop zum Thema „Atmen, bewegen, leben“ für COPD-Erkrankte oder ein Seminar der Gruppe „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, wo sich Menschen mit Depressionen zusammengeschlossen haben. „Ich ziehe den Hut, wenn die Menschen mit ihrer Erkrankung das alles organisieren“, betont Andrea Hanke-Jendritzki.
Für Projektförderung hat sie im vergangenen Jahr 56 000 Euro verteilt. „2017 wird sich das auch in diesem Rahmen bewegen“, ist sie bereits sicher. Sie versucht bei ihrer Arbeit die Hürden des Bürokratismus möglichst klein zu halten. Menschen mit psychischen Problemen, Süchten oder auch körperlichen Einschränkungen sollen nicht am Antrag für ihre Gruppe scheitern. Auch unterstützt die AOK-Mitarbeiterin Neugründungen, zuletzt war dies im November die Selbsthilfegruppe Sternkinder Wendland. Hanke-Jendritzki arbeitet dabei eng mit den Selbsthilfekontaktstellen zusammen, verweist unter Umständen erst einmal dorthin. Gleichzeitig ist ihr die Präsenz bei regionalen Veranstaltungen, wie dem bisher alle zwei Jahre stattfindenden Tag der Selbsthilfegruppen, wichtig. „Ich möchte persönlicher Ansprechpartner sein“, betonte die Lüchowerin. Und lacht: „In der Szene der Selbsthilfegruppen bin ich aber auch schon bekannt wie ein bunter Hund.“

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