Online: 21.02.2017

Rente für Pflege

Bislang mussten pflegende Angehörige mindestens 14 Stunden pro Woche vorweisen, um sich Rentenpunkte für die Pflege anrechnen lassen zu können. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II, das am 1. Januar in Kraft getreten ist, sind es nur noch zehn Stunden in der Woche. Auch werden nicht nur Zeiten des Pflegeaufwandes, sondern auch der Anwesenheit und Betreuung vermehrt angerechnet. Viele Betroffene profitieren also von der Reform. Allerdings müssen dabei einige Punkte beachtet werden. Bei Fragen dazu hilft unter anderem der Sozialverband Deutschland (SoVD).
Seit Mitte der 1990er-Jahre erhalten Menschen, die einen Angehörigen pflegen, Rentenpunkte. Die Beiträge werden von der Pflegekasse des Pflegebedürftigen bezahlt. „Dazu musste sich derjenige mindestens 14 Stunden in der  Woche um den
Betroffenen kümmern“, so
Marion Antons, Sozialberaterin beim SoVD in Lüchow.
Für alle, die diese 14 Stunden nicht erreicht haben, gibt es jetzt eine gute Nachricht: Die Voraussetzung wurde auf zehn Stunden an mindestens zwei Tagen in der Woche gesenkt.  „Das heißt, dass künftig mehr Menschen von den Neuregelungen profitieren“, so Antons weiter. Allerdings gelte nach wie vor: Der pflegende Angehörige darf nicht mehr als
30 Stunden in der Woche beruflich tätig sein. Der oder die zu Betreuenden müssen mindestens Pflegegrad 2 haben.
Was ist zu tun, wenn diese Neuregelung auch auf mich zutreffen könnte? „Ich kenne Krankenkassen, die ihre Mitglieder anschreiben und auf den
neuen Umstand hinweisen. Aber das werden sicherlich nicht alle tun. Deshalb raten wir: Einfach mal bei der Pflegekasse nachfragen und um eine Bewertung der Rentenpunkte bitten“, sagt Marion Antons. Ansonsten gehe einem später bares Geld durch die Lappen.
Für all diejenigen, die bereits Rentenpunkte angerechnet bekommen, gilt ein sogenannter Bestandsschutz. „Das heißt, dass sie automatisch in das neue System übergeleitet werden. Sie müssen nichts tun und können sich auch nicht verschlechtern“, betont die
Sozialberaterin.

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