Online: 21.02.2017

Auszeit ist wichtig

ZoomPetra Krüger (l.) und Katrin Puscher bilden bei der AOK in Lüchow das Dienstleistungsteam Pflege. Foto: AOK/U. Ristok

Pflege – das geht oft über Jahre. Petra Krüger und Katrin Puscher beraten als Dienstleistungsteam Pflege der AOK seit vielen Jahren Menschen in Lüchow-Dannenberg, die sich im häuslichen Umfeld um andere kümmern. Meist bleibe es nicht bei einem Angehörigen, weiß Krüger. Daher müsse der Pflegende auch Selbstpflege betreiben: „Wenn man eine Pflegetätigkeit übernimmt, sollte man sich nicht scheuen, viele Leistungen in Anspruch zu nehmen, um die Aufgabe über einen langen Zeitraum leisten zu können.“ Niemand müsse ein schlechtes Gewissen haben, wenn er sich eine Auszeit nimmt, so die Expertinnen.
Mit dem Pflegestärkungs- gesetz II, das am Jahresanfang in Kraft trat, sollen neben den
Gepflegten auch die Pflegenden mehr gestärkt und entlastet werden. So heißt die zusätzliche Betreuungsleistung nun Entlastungsbetrag. Dies weist bereits darauf hin, wofür die monatlich 125 Euro ab Pflegegrad 2 eingesetzt werden sollen: in freie Zeit für den Angehörigen. Das Budget, vormals 104 beziehungsweise
208 Euro bei Pflegebedürftigen mit eingeschränkter Alltagskompetenz,  ist zweckgebunden. Es kann für ein niedrigschwelliges Betreuungsangebot, Betreuungsleistungen oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten durch den Pflegedienst, für die Tages- und Nachtpflege und auch die Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Ausgezahlt werde der Betrag nicht, betonen die AOK-Mitarbeiterinnen, es ist aber möglich, das Geld auf einem „Konto“ bei der Pflegeversicherung anzusparen.
„Die Entlastungsleistung wird viel in Anspruch genommen, vor allem, um Termine in Ruhe wahrnehmen zu können“, weiß Katrin Puscher, die ebenso wie ihre Kollegin gerne Hinweise gibt, wie das Budget eingesetzt werden kann. Beide sind überzeugt, dass Pflege im privaten Umfeld mit Geld kaum zu bewerten ist: „Es sind die Auszeiten, die dies honorieren.“
Übrigens: Petra Krüger und
Katrin Puscher  besuchen die Versicherten der AOK auch im häuslichen Umfeld. Wer seinen Angehörigen nicht alleine lassen kann, ist dankbar für diesen besonderen Service. Zudem können die Expertinnen dabei noch gezielter die Situation bewerten und Tipps zu Hilfsmitteln und Umbauten geben.
 

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