Online: 21.02.2017

Pflege: Was sich ändert

ZoomFoto: Johanniter

Das Pflegestärkungsgesetz II – die Johanniter geben einen Überblick über die wichtigsten Änderungen:
Fokus auf Selbständigkeit
Mit der zweiten Stufe der Reform wird der Begriff Pflegebedürftigkeit neu definiert: Künftig nimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) die Einstufung der Pflegebedürftigkeit nach neuen Kriterien vor. Prüfte er bislang, was eine Person nicht mehr kann, bestimmt nun die Frage, wie gut jemand seinen Alltag noch alleine bewältigen kann, über die Einstufung. Entscheidend ist der Grad der Selbstständigkeit in sechs Modulen.
Körper, Geist und Psyche
Für die Einstufung werden körperliche, geistige und psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst, während zuvor vor allem körperliche
Defizite im Mittelpunkt standen. Eine Demenz findet ebenso Berücksichtigung wie Depressionen, Sprachverlust oder eine geistige Behinderung.
Pflegegrade statt -stufen
Statt der bisherigen drei Pflegestufen wurden fünf Pflegegrade eingeführt, die eine differenziertere Bewertung erlauben und eine frühere Unterstützung ermöglichen. Wer nur in geringem Maße beeinträchtigt ist, kann mit Pflegegrad 1 zum Beispiel eine Pflegeberatung oder eine barrierearme Anpassung des Wohnumfeldes in Anspruch nehmen.
Keine Schlechterstellung bei vorhandener Pflegestufe
Wer bereits eine Pflegestufe besitzt, wird ohne neue Begutachtung automatisch in das neue System übergeleitet. Dabei gilt: Menschen, die bereits Leistungen von der Pflegeversicherung erhalten, bekommen diese auch weiterhin mindestens im gleichen Umfang; die meisten erhalten sogar deutlich mehr.
Gleichberechtigter Zugang
Mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs werden die bislang geltenden Sonderbestimmungen für
demenziell Erkrankte seit Jahresbeginn überflüssig. Allen Pflegebedürftigen eines Pflegegrades stehen in Zukunft die gleichen Leistungen zu – unabhängig davon, ob sie an körperlichen Beschwerden oder einer Demenz leiden.

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