Online: 21.02.2017

Hohe Standards an die Praxis

ZoomFoto: D. Muchow

„Ich habe einen Termin beim Podologen.“ „Beim was? Wozu?“. „Mir drückt schon so lange der Schuh.“ Der Begriff des Podologen ist vielen nicht so richtig geläufig. „Ja, das ist doch der für Fußpflege, welcher mit der Krankenkasse abrechnen darf“, wird landläufig die Grenze zwischen kosmetischer und medizinischer Fußpflege sowie Podologie gezogen. Stimmt grundsätzlich. Aber: „Es gibt auch viele Podologen, die die zwei- beziehungsweise dreijährige Ausbildung absolviert haben und dennoch darauf verzichten, mit Krankenkassenzulassung zu arbeiten“, weiß Josephine Karp. Sie ist Podologin mit eigener Praxis in Lüchow und Kassenzulassung. Das setzt hohe Standards an ihre Arbeit und ihre Praxis. Wie Ärzte hat sie jährlich Seminare zu besuchen und dabei Punkte zu sammeln. Auch muss bei jedem Patienten eine lückenlose Dokumentation über das benutzte Besteck und dessen Sterilisation erfolgen. „Hygiene ist das A und O“, betont die
Podologin.
Bei ihr werden viele Diabetes-Patienten behandelt. Diese kommen regelmäßig zu Vorsorge, da mit fortschreitender Krankheit das Gefühl in den Gliedmaßen nachlässt und Entzündungen schwerwiegende Folgen haben können. Diabetiker, die ein Rezept von ihrem Hausarzt erhalten, sollten damit einen Podologen aufsuchen. Nur dann ist die Behandlung kostenfrei.
Und: Der Podologe ist sozusagen der verlängerte Arm des Arztes und darf auf dessen Veranlassung bis zu einem gewissen Grad auch heilkundliche Tätigkeiten ausführen. „Wir gehen dann in Absprache mit dem Arzt vor. Offene Wunden gehören aber unbedingt in ärzliche Behandlung“, betont Josephine Karp. Wer ohne Vorerkrankung seine Füße pflegen lassen möchte, kann die medizinische Fußpflegerin oder einen Podologen aufsuchen. Also dorthin gehen, wo er sich in guten Händen fühlt.
„Medizinische Fußpfleger und somit Nicht-Podologen dürfen weder selbstständig noch auf Veranlassung eines Arztes heilkundliche Tätigkeiten ausführen und sind somit ausschließlich auf das Feld der kosmetischen Fußpflege verwiesen“, heißt es weiterführend zur Abgrenzung vom Deutschen Verband für Podologie. Auf dessen Homepage ist auch zu lesen, dass 2002 das Podologengesetz in Kraft trat. Man ersetzte für diese Ausbildung den Begriff der medizinischen Fußpflege durch Podologie. Seither ist der Titel Podologe geschützt und steht in Abgrenzung zur medizinischen Fußpflege.

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