Online: 21.02.2017

Stoßdämpfer für den Kiefer

„Beiß die Zähne zusammen“ heißt es, wenn es darum geht, eine Situation durchzustehen. Manche Menschen tun das auch nachts. Meist merken die Betroffenen das  Zähneknirschen oder -pressen nicht, leiden aber an den Folgen.
Der sogenannte Bruxismus ist weit verbreitet: Schätzungen der Bundeszahnärztekammer zufolge leidet etwa jeder Zehnte darunter, auch Kinder und Jugendliche. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. „Das Knirschen und Pressen schadet den Zähnen und dem Zahnhalteapparat“, sagt AOK-Zahnärztin Katja Kühler. Mögliche Folgen sind Abschleifspuren an den Zähnen, Risse im Zahnschmelz oder keilförmige Defekte am Zahnhals. Stücke vom Zahnschmelz oder der Zahnhartsubstanz können abplatzen, Zahnfleisch und Kieferknochen zurückgehen. Auch können sich die Gelenkscheiben des Kiefers verschieben.

„Wer morgens häufig mit verspannter und verhärteter Kaumuskulatur, Schmerzen im Kiefergelenk, unklaren Zahnschmerzen oder Verspannungen im Nacken oder Kopfschmerzen aufwacht, der sollte seinen Zahnarzt aufsuchen und ihn auf ein mögliches Zähneknirschen hinweisen“, empfiehlt die AOK-Expertin Katja Kühler.
„Erste Hilfe“ bietet den Patienten eine Aufbissschiene. Sie federt wie ein Stoßdämpfer den Druck ab und mindert so Abrieb und Verschleiß der Zähne; außerdem vergrößert sie den Abstand zwischen Unter- und Oberkiefer. In dieser neuen Position entspannt die Muskulatur eher, und auch das Kiefergelenk wird geschützt. Die Schiene wird nach einem Abdruck der oberen und unteren Zahnreihe angefertigt und angepasst.

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