Online: 07.04.2017

Sicherheit in Zeiten der Digitalisierung - Lösungen im Überblick

ZoomOnline-Banking wird immer beliebter und gehört heute schon zum Standard. Doch wie wird die nötige Sicherheit bei einem solch sensiblen Thema gewährleistet? @ FirmBee (CC0-Lizenz) / pixabay.com

62 Millionen Menschen nutzen in Deutschland das Internet – zumindest laut Statistischem Bundesamt. Egal, ob fürs Online-Banking, Surfen oder Shoppen – das World Wide Web erreicht heute jede Personen- und Altersgruppe. Und ist sichtbares Zeichen für die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft. Letztere beeinflusst aber noch ganz andere Bereiche des Alltags. Bestes Beispiel: Kontaktloses Bezahlen mit dem Handy oder der Geldkarte. Diese Technik basiert auf NFC (Nahfeldkommunikation) und erlaubt das schnelle Einkaufen gerade für den kleinen Einkauf zwischendurch.

Durch die Digitalisierung werden viele Alltagsbereiche einfacher. Allerdings bringt das Ganze auch Herausforderungen und Risiken mit sich. Gerade beim Online-Banking zeigt sich immer wieder, wie schnell Kriminelle das Girokonto einfach abräumen können. Wie schützen sich Verbraucher und Haushalte im Zeitalter der Digitalisierung angemessen? Gibt es überhaupt Möglichkeiten, um sich zu schützen?

RFID-Technologie für die Zugangskontrolle
RFID steht für Radio-frequency Identification und beruht auf einer Kommunikation zwischen Sender und Empfänger. Die Technik wird heute in ganz unterschiedlicher Weise eingesetzt. Sehr verbreitet ist beispielsweise die Verwendung als Diebstahlsicherung im Einzelhandel. Aber auch in der Produktion und Fertigung kommt die Technik zum Einsatz – um die Produktion zu steuern.

Ein weiterer Bereich ist die Verwendung für Zugangs- und Zeitkarten. Damit besteht die Möglichkeit, Inhaber solcher Karten zu kontrollieren. Im beruflichen Alltag ist der Einsatz eine Sache. Teils haben Unternehmen in der Vergangenheit die Technik aber ohne das Wissen von RFID-bestückten Karten verwendet. Hierdurch entsteht ein Risiko für die informationelle Selbstbestimmung des Einzelnen.Wirklich verhindern bzw. Einfluss lässt sich auf den RFID-Einsatz leider nicht. Im Handel werden die Sicherheitsetiketten allgemein beim Bezahlvorgang zerstört. In Bezug auf Kundenkarten oder Zugangskarten sind Verbraucher auf die Informationen der jeweiligen Unternehmen angewiesen.

Sicherheit beim Online-Banking
Online-Banking nutzen mehr und mehr Bankkunden. Bequem Überweisungen von zu Hause aus erledigen oder einfach mal schnell unterwegs den Kontostand checken – Internetbanking ist der kurze Weg zur Bank ohne Öffnungszeiten.

Leider ist die Kombination aus:

- PIN
- TAN

nur bedingt sicher – wenn Haushalte achtlos mit den Zugangsdaten für das Banking umgehen.

Ein klassischer Fehler ist das Digitalisieren (Scan) der TAN-Liste. Schließlich könnte die Papierliste in verschiedenen Situationen nicht zur Hand sein. Das Problem: Die Log-In Daten zum Online-Banking lassen sich durch:

- Viren
- Trojaner
- Keylogger
ausspähen. Grundsätzlich sollten die Log-In Daten nie auf dem Rechner gespeichert werden. Des Weiteren ist ein grundlegender Schutz des Rechners durch Anti-Virensoftware unbedingt anzuraten.

Wer mit Smartphone, Tablet oder Laptop öffentliche WLAN-Spots nutzt, sollte in den Netzwerken auf das Online-Banking verzichten. Es besteht hier durchaus die Gefahr, dass Daten von Dritten abgefangen und mitgelesen werden.

Wichtig: Heute sind nicht nur PC oder Smartphone online. Auch diverse Haushaltsgeräte sind mit dem Internet verbunden – und mitunter nicht oder nur rudimentär gegen Angriffe geschützt.

Jedoch sollte Technologie kein Ausschlusskriterium sein, wenn es um die Wahl der richtigen Bank oder auch des Kreditgebers geht, da diese Prozesse beschleunigt. Bei Kreditprüfungen von online tätigen Kreditgebern wie Maxda ist es heutzutage beispielsweise weit verbreitet, dass etwa Lohnzettel oder ähnliches digitalisiert und an Kundenbetreuer versendet werden kann, um möglichst hohe Nutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Das muss nicht zwangsläufig unter einem Risiko geschehen, immerhin werden die Sicherheitsstandards stetig erhöht.

Schlussendlich handelt es in den meisten Fällen um einen Benutzerfehler, wenn pikante Daten in die Falschen Hände gelangen. So ist in erster Linie darauf zu achten, dass der Geschäftspartner im Web über ein Impressum und vollständige Angaben zum Datenschutz verfügt.

Identitätsdiebstahl erkennen und vorbeugen
Ein seit einigen Jahren immer wieder auftauchendes Problem ist der sogenannte Identitätsdiebstahl, der in besonderen Formen wie dem Nicknapping auftreten kann. Hierbei werden persönliche Informationen von Personen abgegriffen, wie:

- Vor- und Nachname
- Adresse
- Geburtsdatum.

Eventuell lassen sich auf verschiedenen Wegen auch Kontonummern oder Kreditkartennummern in Erfahrung bringen.

Mithilfe dieser Informationen haben Kriminelle die Möglichkeit, sich online Waren zu bestellen oder Nutzerprofile anzulegen – und damit unerlaubte Handlungen durchzuführen. Der Missbrauch fremder Identitäten kann am Ende zu strafrechtlich relevanten Handlungen führen.

Betroffene müssen im Alltag zum Beispiel mit einer deutlichen Verschlechterung der eigenen Bonität rechnen, erhalten Mahnung für eigentlich nicht bestellte Waren usw. Die Folgen eines solchen Identitätsmissbrauchs lassen sich in der Regel nur mit viel Aufwand und Mühe wieder rückgängig machen.

Schutz bietet hier nur die Arbeit mit entsprechender Software, um das Ausspähen von Rechner und Tablet zu verhindern. Des Weiteren sollten persönliche Daten nie gegenüber Dritten (außer unbedingt nötig) offengelegt werden. Besondere Vorsicht ist in diesem Zusammenhang auch mit der Anmeldung auf Webseiten geboten. Und es ist anzuraten, den Briefkasten im Auge zu behalten, da Kriminelle im Zusammenhang mit dem Identitätsmissbrauch mitunter Post und Paketsendungen abfangen.

Weitere Möglichkeiten im Bereich Sicherheitstechnologie
Sicherheitstechnik ist primär für Unternehmen interessant, die sensible Bereiche – wie F&E – schützen wollen und müssen. Für den Verbraucher sind entsprechende Lösungen im Hinblick auf Hard- und Software in aller Regel (aufgrund der hohen Kosten) uninteressant.

Hier richtet sich das Augenmerk im Wesentlichen auf den Schutz des PC oder Laptop sowie der mobilen Endgeräte. Virenscanner und Firewall sind in diesem Zusammenhang essenziell und werden stetig – entsprechend der Entwicklung im Bereich Viren/Schadsoftware – verbessert.

Ein wichtiger Aspekt, den gerade jugendliche Nutzer immer wieder ausblenden, ist der Umgang mit Apps und deren Berechtigungen im System. Letztere gehen oft sehr weit, was den Zugriff auf Profilinformationen und das Adressbuch des Geräts betrifft. Sicherheitstechnik ist am Ende nur eine Seite der Medaille. Fehler in der Anwendung – durch die es immer wieder zu Einbrüchen in ein System kommt – können diese Techniken nicht verhindern. Hier muss es letztlich darum gehen, den Nutzer zu sensibilisieren und ihn auf die „hausgemachten“ Lücken hinzuweisen.

Fazit: Digitale Sicherheit hat viele Gesichter
In den letzten Jahren hat die Digitalisierung der Gesellschaft erheblich zugenommen – und viele Bereiche des Alltags erreicht. Dabei denken Verbraucher wahrscheinlich zuerst an das Internet, das sich zu einer Plattform für den Austausch untereinander und einen Marktplatz ohne Grenzen entwickelt hat. Das Netz wird aber auch fürs Online-Banking genutzt. Und es drohen aus dem Internet Gefahren – wie das Abgreifen persönlicher Informationen, um damit auf fremde Rechnung einzukaufen oder vielleicht sogar ein Bankkonto zu plündern. Digitalisierung geht aber noch weiter. Gerade das Smart Home – also die untereinander und mit dem Internet verbundenen Haushaltsgeräte – ist ein Risiko. Spätestens mit den Angriffen auf Router in Deutschland oder das Internet der Dinge sollte dies auch bei Verbrauchern angekommen sein.

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