Online: 11.01.2018

Selbstständig machen in Lüchow Dannenberg – so funktioniert es

Der Strukturwandel trifft Gegenden wie Lüchow-Dannenberg besonders hart. Er birgt jedoch auch die Chance, mit Gründergeist und frischem Mut etwas Eigenes aufzubauen. Die Chancen für Gründer sind in Lüchow-Dannenberg recht gut, es gibt Unterstützung und Beratung. Wer also eine gute Idee hat, sollte durchstarten.
 
In den vergangenen Jahren war ganz Deutschland von einem heftigen Strukturwandel betroffen, in dessen Verlauf die produzierenden Gewerbe an Bedeutung ab-, der Dienstleistungsbereich jedoch an Wichtigkeit zunahm. Das Süd-Nord-Gefälle der 80er Jahre ist abgeflacht, dafür stieg der Wettbewerbsdruck durch die Öffnung nach Osten hin und natürlich durch die Globalisierung. 
In einem Flächenland wie Niedersachsen hängt die wirtschaftliche Lage eng mit der Bevölkerungszahl zusammen. Ein kleiner Landkreis wie Lüchow-Dannenberg mit rund 52.000 Einwohnern kann natürlich mit beispielsweise Hannover und seinen mehr als 1 Million Bewohnern nicht mithalten. Erwartungsgemäß ist die Arbeitsplatzdichte in Lüchow-Dannenberg recht gering, so wie im gesamten südniedersächsischen Raum und an der Nordseeküste.
Eine häufige Reaktion auf die schwierige Situation am Arbeitsmarkt ist der Umzug. Nicht jeder möchte seine Heimat jedoch verlassen und sucht nach neuen Wegen, um sich wirtschaftlich abzusichern und gleichzeitig von den Vorteilen des Landkreises wie dem angenehmen Wohnen und den günstigen Mieten zu profitieren. Die Selbstständigkeit kommt hier für viele wie gerufen, und die Chancen in Lüchow-Dannenberg stehen dafür recht gut.
 
Das Wichtigste ist eine gute Idee
 
Um erfolgreich in die Selbstständigkeit zu starten, ist eine zündende Idee der wichtigste Faktor. Den fünften Pizza-Lieferdienst zu eröffnen, muss nicht die beste Idee sein, und Menschen bei den Steuern zu unterstützen, obwohl man keine Erfahrung hat und nicht gut mit Zahlen umgehen kann, wird ebenfalls nicht funktionieren. Man sollte sich also zwei Fragen stellen: Was brauchen die Menschen in meiner Umgebung/ die Menschen, die ich online erreichen kann? Und: Was kann ich gut? Ausgehend von der eigenen Ausbildung, Erfahrung und Passion kann eine Idee entwickelt werden, die ein echtes Bedürfnis stillt. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Nachfrage auch groß genug sein wird.
Bevor man mit einer Idee durchstartet, gibt es verschiedene Methoden, sie auf Tragfähigkeit zu überprüfen. Man kann zum Beispiel durch eine Onlinepräsenz das Interesse an einem bestimmten Thema recht gut eruieren. 
 
An wen soll sich das Angebot richten?
 
Es gibt zwei grundsätzliche verschiedene Adressaten für jedes Angebot: Endverbraucher oder gewerbliche Kunden. Ein Pizzabäcker oder mobiler Friseursalon richtet sich in erster Linie an Privatpersonen. Das Problem ist, wenn diese finanziellen Schwierigkeiten haben, kochen sie selbst und verzichten auf den Friseurbesuch. Man kann sich mit seinem Angebot jedoch auch an gewerbliche Kunden wenden. Wer deren Homepage in Ordnung hält, Flyer entwirft oder für die Sicherheit auf dem Gelände sorgt, wird sich seltener Sorgen um die Nachfrage machen müssen.
 
Woher bekommt man das nötige Geld für eine Gründung?
 
Natürlich ist der Investitionsbedarf je nach Geschäft unterschiedlich. Wer Dienstleistungen anbietet, muss in der Regel weniger investieren, doch ganz ohne Kapital geht es natürlich nicht. Die Onlinepräsenz, fachkundige Beratung, Werbemittel und Büroartikel gehen ins Geld. Zudem wird meist nicht vom ersten Tag an Geld verdient – es ist also immer eine gewisse Durststrecke zu überwinden.
Es gibt verschiedene Wege, um für eine Gründung Geld zu beschaffen, die Grundlage ist jedoch immer ein ausgereifter Businessplan. Dieser fungiert als Indikator für das Erreichen der gesteckten Ziele und dient dazu, eventuelle Geldgeber von der eigenen Idee zu überzeugen. Diese Geldgeber können aus der Wirtschaft kommen, private Investoren sein oder in einer Bank sitzen. Und es gibt regionale Hilfen, die Gründer in Anspruch nehmen können.
 
 
Brauche ich als Gründer einen Steuerberater?
 
Viele Gründer machen sich Sorgen wegen der komplizierten Abrechnungen, die ein Geschäft mit sich bringt, fürchten jedoch auch die Kosten, die durch einen Steuerberater anfallen.
Wer einen Businessplan erstellen will, braucht einen kundigen Berater. Hier ist ein erfahrener Steuerberater oftmals die erste Wahl. Wenn das Geschäft erst einmal angelaufen ist, kann jeder Gründer versuchen, seine Abrechnungen zu Beginn selbst zu erledigen, wenn die Geschäftsform es denn zulässt. Die Voraussetzung ist, dass er sich gut organisiert und alle Belege gleich sortiert. Mit einem entsprechenden Programm, das viele der aufkommenden Fragen beantwortet und den Anwender durch die Eingaben leitet, kann eine EÜR leicht erstellt und direkt an das Finanzamt übermittelt werden. Und selbst die Lohnabrechnung in kleinen Betrieben kann selbst erledigt werden.
Wächst einem irgendwann die Arbeit über den Kopf, sodass man keine Kapazitäten mehr für die Abrechnung hat, kann man diese wichtige Aufgabe immer noch an einen Steuerberater delegieren. Dabei gilt jedoch immer: Je besser die Abrechnung vorbereitet wurde, umso günstiger wird die Dienstleistung des Steuerbüros.
 
Fazit:
Auch wer in einer strukturell eher schwachen Region lebt, muss deswegen nicht gleich die Segel streichen. Mit einer guten Idee und der richtigen Unterstützung können sich Gründungswillige eine eigene Existenz aufbauen.
 
Bildquellen:

https://pixabay.com/de/abenteuer-höhe-arm-hilfe-sportler-1807524/
https://pixabay.com/de/smartphone-start-up-freelancer-3001167/

 

^ Seitenanfang