Online: 11.01.2018

Fertighaus.

Die Gemeinden im Umkreis rüsten sich für die Zukunft. Bereits Anfang 2016 erklärten Dannenberg und Jameln: Wir möchten ein neues Baugebiet. Die Häuslebauer in Niedersachen hinken jedoch in einem deutlich hinterher: Nur 7,4 Prozent der in Niedersachen gebauten Neubauten sind Fertighäuser. Zum Vergleich: Baden-Württemberg führt die Statistik mit 29,5 Prozent an. Hessen folgt mit 27,6 Prozent. Nur in Hamburg werden mit 4,4-Prozent-Fertighaus-Anteil noch weniger Häuser dieser Art gebaut. Möglicherweise zeugt diese Schüchternheit der Niedersachsener auch von Unwissenheit und Vorsicht gegenüber der großen Unbekannten „Fertighaus“. Die wichtigsten Begriffe sollen in diesem Artikel erläutert werden.

Beim Bau eines Fertighauses schweben in nur wenigen Wochen die industriell vorgefertigten Fertigbauteile am Grundstück ein. Stück für Stück werden diese Häuser so in Windeseile aufgebaut. Zur Definition: Das ist ein „Fertighaus“ Ein Fertighaus ist die Ruck-Zuck-Variante in Sachen Hausbau. Die einzelnen Hausteile werden in einer Produktionshalle vorgefertigt und in diesem vorgefertigten Zustand – vergleichbar mit einzelnen Puzzleteilen – zum Grundstück des Häuslebauers gebracht. Dort werden die einzelnen Bauteile auf ein Fundament oder eine Kellerdecke gesetzt. Mit dieser vergleichsweise neuen Hausbauweise gingen auch weitere Optionen für die Häuslebauer selbst einher. Je nach Fertigungsfirma, die den Auftrag bekommt, das Fertighaus zu erreichten, unterscheidet sich der Grad der Fertigstellung. Gesetzlich nicht verbrieft, aber in der Branche durchaus üblich sind drei Kategorien:

  1. Das schlüsselfertige Fertighaus. Dies ist oft bezugsfähig. Manchmal jedoch müssen die Bauherren die Wand- und Bodenarbeiten noch in Eigenregie erledigen.
  2. Das ausbaufertige Fertighaus. Das Haus steht. Es trotzt Wind und Wetter, doch der Innenausbau ist noch zu erledigen. Diese Häuser fallen in die Kategorie „Ausbauhäuser“.
  3. Das Bausatzhaus. Das Haus wird in den produzierten Einzelteilen geliefert und muss in Eigenregie aufgebaut und ausgebaut werden.

 

Ein Blick in die Detailbeschreibung lohnt sich

Nachdem es keine ein-eindeutige Definition dafür gibt, was sich hinter diesen drei Baukategorien verbirgt, ist es sinnvoll, die einzelnen Leistungsbausteine beim Wunsch-Bauträger zu erfragen. Gussek-Haus erklärt die Ausbaustufe „schlüsselfertig“ beispielsweise als eine von fünf Leistungsstufen. Auch das Ausbauhaus findet sich in den Kategorien wieder. Hinzu kommen das Starterhaus, das Technik-fertig-Haus und das Fast-fertig-Haus. Das schlüsselfertige Bauen ist bei diesem Bauträger mit einem Full-Service von der ersten Beratung bis hin zur namensgebenden Schlüsselübergabe zu vergleichen. Und diese Beratung beinhaltet weit mehr, als sich ein Neuling in der Baubranche ausmalen kann. Planungsvorgaben, Grundstücksentwässerung, Regen- und Schmutzwasserkanalisation, Hausanschlüsse sowie Bauzeichnung und genehmigungsfähiger Bauantrag sind nur einige der Details, die der Bauträger mit ins Leistungsangebot integriert – und damit dem Bauherren mächtig viel Arbeit, Rennerei und nervenaufreibende Wartezeit erspart. Mit Blick auf die handwerklichen Tätigkeiten umfasst das Leistungspaket hier die komplette Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallation, das Verblenden der Wände im Innen- und Außenbereich sowie Türen, Fenster, Treppen, Fliesen, Malerarbeiten und Bodenbeläge.

Die Auswahl des passenden Anbieters geht so ganz einfach

Vielfach wurde bereits der Bauträger erwähnt. Diesen zu finden, kann eine ganz einfache Aufgabe sein – wenn diese Tipps beachtet werden:

  1. Fertighausanbieter sind Dienstleister. Sie sollten akribisch genau verglichen werden in punkto Kosten, Leistung, etc. Diverse Gespräche und ausführliche Pro- und Contra-Listen werden zum passenden Bauträger führen.
  2. Steht bereits fest, welches Grundstück bebaut werden soll, so ist es wichtig, einen Fertighausanbieter zu finden, der auch die vorgeschriebene Haus-Art liefern kann. Häufig schreiben Bebauungspläne vor, welche Haus- und Dachformen erlaubt sind. Hier muss Kongruenz herrschen.
  3. Kaum ein Hausbau ist so kalkulierbar wie der eines Fertighauses in „schlüsselfertiger Bauweise“. Entsprechend einfach lässt sich auch das verfügbare Budget errechnen bzw. wie hoch die Kreditsumme sein darf – und das entsprechende Haus.
  4. Die Ausbaustufe kann von den finanziellen Möglichkeiten der Häuslebauer abhängen. Allerdings gilt auch hierbei: Wer sparsam agieren möchte und Eigenleistung einkalkuliert, die weder zeitlich noch in punkto Know-how zu leisten ist, hat sich verrechnet.
  5. Ein Fertighaus zu planen, braucht Zeit. Natürlich gibt es Mustervarianten, viel Erfahrung seitens des Bauträgers und noch mehr individuelle Gestaltungswünsche. Wichtig bei der Wahl des Dienstleisters ist auf einen Partner zu setzen, der auch individuelle Wünsche ermöglicht – und zwar zu erschwinglichen Aufpreisen. Wer zu viel ändern möchte oder dafür zu viel bezahlen müsste, kann auch einen Architekten bemühen und im herkömmlichen Stil bauen.
  6. nicht nur bei der Planung des Hauses – soll später ein Teil als Einliegerwohnung abgegrenzt werden? kann barrierefrei gebaut werden? – gilt es in die Zukunft zu blicken. Auch in punkto Strom und Heizung ist es wichtig, auf Alternativen zu setzen, die eine (partielle) Unabhängigkeit von stetig steigenden Energiepreisen schaffen. Tipp: Wer auf Energieeffizienz setzt, kann auch auf Förderungen seitens der KfW-Bank hoffen.

Recherche-Tipp: Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, kann in diesem Ratgeber der Verbraucherzentrale weitere Informationen erhalten. Wichtige Entscheidungshilfen zur Frage, ob ein Keller ausgehoben werden soll oder nicht, sind ebenfalls darin thematisiert. Abbildung 1: pixabay.com © 2211438 (CC0 Public Domain) Abbildung 2: pixabay.com © hschmider (CC0 Public Domain) Abbildung 3: pixabay.com © kalhh (CC0 Public Domain)

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Abbildung 1: pixabay.com © 2211438 (CC0 Public Domain)
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Abbildung 3: pixabay.com © kalhh (CC0 Public Domain) 

 

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