Online: 15.03.2018 - ePaper: 16.03.2018

500000 Euro für den Käferschutz

ZoomHier, an diesem Deichabschnitt, leben die seltenen Käfer. Jetzt wird der Deich um sie herum gebaut - für eine halbe Million Euro.

Jasebeck. Bundesweit hatte die Ortschaft Jasebeck 2017 für Schlagzeilen gesorgt. In Eichen am dortigen Elbedeich waren bei Voruntersuchungen an einer durch ein denkmalgeschütztes Gebäude beengten Stelle streng geschützte Käfer gefunden worden - und die dort von Experten als dringend eingestufte Deicherhöhung geriet ins Stocken (EJZ berichtete). Jetzt haben sich der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), das Landesumweltministerium und die Biosphärenreservatsverwaltung auf ein Vorgehen geeinigt, das sowohl den Belangen des Hochwasserschutzes als auch jenen des Natur- und des Denkmalschutzes gerecht werden soll: Der Deich bei Jasebeck soll mit einer Stützwand versehen werden, die es ermöglichen soll, dort den Deich zu erhöhen und zu verstärken, ohne die Lebensraumbäume der Käfer zu fällen oder das denkmalgeschützte Haus abzureißen. Mehrkosten: nach Auskunft des NLWKN rund eine halbe Million Euro.

"In der vorgelegten Vorzugsvariante mit einer in den Deich integrierten Stützwand aus Stahl oder Stahlbeton steht nun eine genehmigungsfähige und finanzierbare Lösung zur Verfügung", betont NLWKN-Dezernent Heiko Warnecke. Neun Varianten zur Verstärkung des Jasebecker Deiches hatten Experten geprüft, vom klassischen Erddeich bis hin zum mit Asphalt gedeckten "schwarzen Deich". Der Deich zwischen Hitzacker und Penkefitz musste beim Hochwasser 2013 mit großem Aufwand gestützt und erhöht werden, um den Fluten standhalten zu können, und gilt seither als Schwachstelle des Lüchow-Dannenberger Hochwasserschutzes.

Das Planfeststellungsverfahren für das Zehn-Millionen-Euro-Projekt soll Ende dieses Jahres starten, Baubeginn in Jasebeck ist frühestens Ende 2019. rg



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