Online: 03.05.2018 - ePaper: 04.05.2018

Hartz IV: Ein Selbstversuch Lüchower Gymnasiasten

Lüchow. Wie weit reicht das Geld, wenn man seinen Lebensunterhalt mit Hartz IV bestreiten muss? Was ist drin, was kann man sich leisten - und was nicht? Dieser Fragen ging Schülerinnen und Schüler des Fachgymnasiums Wirtschaft in Lüchow im Rahmen ihres Religionsunterrichtes nach. Dabei machten sie den Selbstversuch, gingen mit 15 Euro, dem Lebensmittel-Tagessatz für eine vierköpfige Familie, einkaufen - und kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Einige Gruppen empfanden das Geld als durchaus auskömmlich und erlebten es als möglich, "auch mit geringem Einkommen gesund und ohne Fertigprodukte leben" zu können - wenn auch ohne Markenprodukte und ohne Fleisch. "Mit einer guten Planung muss man nicht auf alles verzichten, was gesund ist, und auch Süßigkeiten, wie ein Eis am Nachmittag, sind, wenn man überlegt und geplant einkauft, im Budget enthalten", so das Fazit dieser Gruppen. Andere Schülergruppen erlebten anderes: Auch sie kauften vor allem günstige Produkte und verzichteten auf Fleisch und Süßigkeiten - und hatten am Ende "vor allem Reis oder Nudeln sowie Brot oder Toast" in der Einkaufstüte, was "keine besonders große Vielfalt" darstelle. Hartz IV-Empfänger müssten auf vieles, was für andere selbstverständlich sei, verzichten, so das Fazit dieser Gruppen.

Die eingekauften Lebensmittel übergaben die Schülerinnen und Schüler nach dem Unterricht der Lüchow-Dannenberger Tafel. ejz



^ Seitenanfang