Online: 07.09.2018

“The Nightingale”

Kritiker beschimpft Regisseurin Jennifer Kent bei den Filmfestspielen in Venedig als Hure

Ein Kritiker hat die Regisseurin Jennifer Kent bei den Filmfestspielen in Venedig als Hure beschimpft. So absurd hat sich der Mann nun entschuldigt.

“Ein wütender Kritiker hat während der Vorführung von “The Nightingale” bei den Filmfestspielen in Venedig die Regisseurin Jennifer Kent beschimpft. “Eine Schande, Hure” rief der Mann auf Italienisch im Kinosaal. Zum Ausraster äußerte sich Kent laut des Branchenblatts Variety: “Es ist absolut wichtig, dass man mit Mitgefühl und Liebe auf Ignoranz zu reagieren. Es gibt keine andere Möglichkeit.”

Kritker wird von der Venedig Biennale ausgeschlossen

Dann meldete sich der Kritiker bei Facebook in einem mittlerweile gelöschten Post zu Wort - mit einer absurden Entschuldigung. Ihm tue die Beleidigung leid. Gleichzeitig sei sein Ausraster aber nicht sexistisch oder frauenfeindlich gemeint gewesen - sondern ein irrationaler Gedanken eines Zynismus, für den kein Platz bei der Vorführung der Künste ist. Die Venedig Biennale hat dem Kritiker seine Akkreditierung entzogen.

Diskussion um Gleichberechtigung in der Filmbranche geht weiter

“The Nightingale” ist der einzige Film im Wettbewerb, bei dem eine Frau Regie geführt hat - dafür hat der Leiter des Filmfestivals, Alberto Barbera, schon reichlich Kritik einstecken müssen. Über die Gleichberechtigung von Frauen im Film sagt Jennifer Kent: “Es geht nicht um mich, aber es recht schwer für mich, weil ich wünschte, ich hätte meine Filmemacherinnen bei mir. Es ist wichtig, dass wir uns der Geschlechterparität nähern.” Es sei die Aufgabe des Kinos die Welt zu reflektieren und wenn das Kino nur 50 Prozent der Welt zeige, mache es seine Aufgabe nicht richtig.

Von Geraldine Oetken / RND

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