Online: 05.09.2018

Staffel-Start bei Vox

“Die Höhle der Löwen”: So war die erste Folge, so reagiert das Netz

Twitter oder TV? Die Frage stellte sich am Dienstagabend so mancher “Höhle der Löwen”-Zuschauer. Während bei Vox neue Geschäftsideen präsentiert und darum geboten werden, wurde im Netz wild kommentiert.

Guckst du schon oder vorspannst du noch? Nach geschlagenen fünf Minuten Intro konnte die Frage am Dienstagabend um 20.20 Uhr bei Vox beantwortet werden: Der erste Bewerber der fünften Staffel von “Die Höhle der Löwen” begrüßt Moderator Amiaz Habtu. Wie nun jeden Dienstag geht es in “Der Höhle der Löwen” in der fünften Staffel um Gründerideen, Zukunftsträume und Millionen.

Stärkster Start seit Sendungsbeginn, wird die Mediengruppe RTL später mitteilen. Insgesamt 2,81 Millionen Zuschauer. Löwenstark. Auch bei Twitter ging es ab. Top-Thema. Der Hashtag #DHDL sichert sich auch am Folgetag Platz 1 der Deutschland-Trends.

Das Warten hat sich also gelohnt. Auch wegen des ersten Kandidaten. Der 20-jährige Tüftler Tobias Gerbracht lächelt anfängliche Streber-Assoziationen des Zuschauers konsequent weg und schafft mit seinem Staubsauger-Aufsatz “Catch Up” eine Nerd-Sympathie der neuen Art. Seine Oma brauchte Hilfe. Der Staubsauger hatte ihren Ohrring verschluckt. Gerbracht kam, sah und besiegte den Staub-Schmök im Beutel. Doch das konnte es ja für einen zweifachen “Jugend forscht”-Gewinner und Jungdozenten irgendwie nicht gewesen sein. Eine Dauerlösung musste her. Die Idee zu dem kleinen Plastikauffangbehälter war geboren und Daniel Düsentrieb war gestern.

Thelens Offenbarung

Gerbracht lächelt, die Jury lacht. Stille. Bravo. Erste Nachfragen. Interesse ist da. Spannung steigt. Welcher Löwe beißt an? Dagmar Wöhrl hat ihr Familienunternehmen noch nicht erwähnt, Carsten Maschmeyer bekommt Vatergefühle und Frank Thelen offenbart, in seinem Leben noch nie gestaubsaugt zu haben. Ein Klassiker! Noch nicht mal 20 Minuten und man ist schon wieder ”eingehöhlt”.

Doch dann das: Löwe Ralf Dümmel reißt sein Maul auf: “Ich bin Ralf. Du musst Dich an den Namen gewöhnen, weil wir passen so zusammen!” Mega! Tobias lächelt - Dagmar Wöhrl erwähnt endlich ihr Familienunternehmen - Tobias schlägt zu. Bei Dümmel. Mega! Wusste der Handelsexperte ja schon vorher, dass die erste Folge einen gleich vom Hocker reißen wird.

Auch wenn Sarah Kuttner diesmal leider nicht dabei sein konnte.

Wöhrls Verbindung zu Sri Lanka - ohne Familie kann sie einfach nicht

Dann wird das ganze allerdings etwas fleischlos und es wird sich zurecht gefragt:

Von Julia Huthmanns vegetarischem Fleischersatz “Jacky F.” probieren wollen die Löwen dennoch. “Weil Sie Sri Lanka gesagt haben, deswegen”, wirft Damar Wöhrl ein und stellt überraschend fest: “Eine Jäckfrrrruuucht!”

Doch die “Jäckfrrruuucht” konnte leider nicht überzeugen. Trotz Bio-Qualität und Gourmet-Restaurant-Präsentation. Dümmel provoziert, Maschmeyer stellt fest, dass sich über Geschmack streiten lässt und Thelen gibt zu, dass er gern isst. Thelen macht ein Angebot. Georg Kofler macht ein Angebot. Blöcke werden gezückt, Stifte kritzeln schnell auf Papier. Thelen macht ein neues Angebot. Krimi! Die Kandidatin zieht den Telefonjoker. Keine Einigung. Der Sänger Hozier begleitet Julia Huthmann aus der Höhle. Ist es gar sein “From Eden”-Song, den Vox da einspielt? “Baby, there something tragic about you...” Hach, erstmal die feuchten Augen trocknen. Sie zieht's allein durch. Ist ja schon irgendwie mitnehmend. Dennoch:

“Next one, please! Welches Highlight kommt noch?”, fragt sich der gebannte Zuschauer und aktualisiert schnell seinen Twitter-Account.

Ja, es zieht sich etwas. Zugegeben. Thelen stellt sich vor. Thelen stellt sich vor. Hat Thelen sich schon vorgestellt? Skaten, Software.... Moment - skaten? Da war doch was! Als arroganter Jungunternehmer legt Thelen eine spektakuläre Bruchlandung hin. Inklusive Nasenbluten, wie er sagt. Nachzulesen in seiner neuer Autobiografie. Jetzt aber weiter, bitte! Sonst kippt die Stimmung noch.

Dümmel als Fensterputzer

Licht erhellt die Gemüter. Oder eher gesagt: magische Mosaike-Led's. Dümmel wird unruhig. “Also, worum geht's?” Tiziana Kleine und Florian Nübling aus Berlin klären auf: Das sind intelligente Wände. Heißt, die leuchten nicht nur, man soll auch mit ihnen interagieren können. Aha. Für das Farbenspiel werde nur ein Stromanschluss und das Internet gebraucht, so die Erklärung weiter. Wer über die Wände wischt, malt digital. Ein Quadratmeter dieser kleinen aus Italien stammenden Mosaike soll 4800 Euro kosten.

“Du könntest auch Scheiben putzen”, kommentiert Maschmeyer Dümmels erste Wischversuche auf der Wand. Mega! “Äußerst attraktiv”, sagt Judith Williams. Münder öffnen und schließen sich. Staunen. Nachfragen. Rechnen. 500.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile. Schmunzeln. Nachfragen. Verständigungsprobleme. Das Auftragsvolumen muss noch mal nachgerechnet werden. Gefundenes Fressen. Die Löwen greifen ein. Maschmeyer schickt die Gründer erstmal raus, einigt sich dann aber auf 20 Prozent mit ihnen. Spot on! Aber Moment mal - gibt's das Ding nicht schon längst?

Williams wills wissen

Von wegen Puschelgeschwinge! Hochathlethisch ist Cheerleading, wie die Wurfgeschosse, die die Sportklammotten des Swedish-Fall-Teams präsentieren, beweisen. Schon beeindruckend! Thelen stockt aber: “Was ist Cheerleading?!”, fragt er und verwirrt zunächst mit dieser sportlichen Inkompetenz. Aber natürlich zielt seine Frage auf die Marktsituation ab. Bitte! War doch klar! Aber Dümmels Miene verrät es schon: Da geht nichts - auch nicht für die anderen Löwen. Auch das Netz zeigt sich wenig berührt, dafür aber kreativ:

Ganz anders bei diesem Herrn: Frank Brormann. Nicht nur Friseurmeister, sondern auch Haar-Fetischist. “Haare zu gestalten ist das größte Glück auf Erden.” Mit seinem “Calligraphy Cut” will er nun die Friseur-Welt revolutionieren, sagt er. Kleine Randnotiz: Das wollte er schon vor fünf Jahren im Frühstücksfernsehen.

Dennoch flasht der Typ einfach, wie Thelen ganz richtig feststellt. Und so legt Brormann denn auch gleich bei Judith Williams Löwenmähne an (“Sie bekommen ein ganz tolles Erlebnis dafür” - “Das haben schon viele gesagt!”) und zeigt wie die neuartige Klinge Haarspitzen abschrägt (funktioniert auch bei Blumenstängeln) und so mehr Volumen schafft. Irgendwie sinnlich.

Maschmeyer redet Tacheles

Weniger sinnlich wird es plötzlich bei den Löwen. Das erste Mal in dieser Sendung fliegen die Fetzten - und die Millionen. 500.000 Euro benötigt Brormann und bietet 20 Prozent dafür an. Der Reigen beginnt: Dümmel, Thelen und Williams schwadronieren um den Friseurmeister und sein Model rum. Setzen selbst die Klinge an, es hat funktioniert, sie fragen nach. Maschmeyer bleibt ganz cool im Sessel. Wöhrl hochinteressiert daneben. Jetzt geht's los: Thelen bietet 500.000 für 25 Prozent. Wöhrl und Maschmeyer stecken die Köpfe zusammen. Was macht eigentlich Vroni? Dümmel ist raus, kann nicht so helfen, wie er will. Williams will den Gründer. Gleiches Angebot wie Thelen. Rudelbildung. Besprechung. Tuschel, tuschel. Die Musik wird dramatischer, dann die Erlösung: Maschmeyer redet Tacheles. Insgesamt eine Million für 25 Prozent. Wahnsinn! Thelen bittet um Zeit. “Mir wird schlecht”, kommentiert Brormann das Geschehen. Wie steht es eigentlich um Wöhrls Familienunternehmen? Thelen macht das gleiche Angebot wie Maschmeyer, aber trumpft mit Williams auf, die die Branche kennt. Maschmeyer versucht es noch einmal: “Eine Million Euro. Mindestens 5000.000 cash, 500.000 Media zu 25 Prozent.” Brormann entscheidet sich für Thelen und Williams. Break!

Oder um es in Dümmels Worten zu sagen:

Jetzt braucht der ein oder ander Zuschauer aber auch erstmal eine Pause. Bis zur nächsten Woche. Dann geht das Multitasking-Gegucke-Getickere am nächsten Dienstag bei Vox. Bleibt nur noch eines zu sagen:

Von Amina Linke / RND

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