Online: 12.09.2018

Serien im TV

Nach “Babylon Berlin”: So will die ARD bei Serien am Ball bleiben

Die Zuschauer wollen mehr Serien sehen - die sind aber wiederum teuer in der Produktion. Mit dieser Strategie versucht die ARD beim Serien-Boom den Anschluss nicht zu verlieren.

Angesichts steigender Produktionskosten wird die ARD wie schon bei der TV-Serie “Babylon Berlin” auch in Zukunft mit anderen Medienanbietern zusammenarbeiten müssen. Die ARD werde nicht immer alle Programmrechte besitzen können, sagte der Programmdirektor des Ersten, Volker Herres, am Mittwoch nach der ARD-Hauptversammlung in Berlin.

Bei “Babylon Berlin”, einer Koproduktion von ARD und Sky, hat sich die Abo-Plattform das Recht auf Erstausstrahlung gesichert. Die ARD bezahle dabei soviel wie bei einer vergleichbaren Lizenzproduktion, sichere sich im Gegenzug aber ein Mitspracherecht bei der Gestaltung, sagte Herres. Ab 30. September zeigt das Erste die Free-TV-Premiere der aufwendigen Serie in der Regie von Tom Tykwer. Gerade erst wurde eine neue Staffel in Auftrag gegeben.

Mehr Serien streamen, weniger lineares Fernsehen - Zuschauergewohnheiten haben sich geändert

Der in seinem Amt bestätigte ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sprach von “neuen Allianzen” in der Medienwelt. Auch bei gedeckelten Etats für Sportrechte werde sich die ARD Übertragungen häufiger teilen müssen. Die Öffentlich-Rechtlichen müssten mit einem attraktiven Angebot “mitten in der Gesellschaft” verankert bleiben. Lorenz Wolf, Vorsitzender der ARD-Gremien, betonte, Sparen dürfe kein Selbstzweck sein. Zunächst gebe es den Programmauftrag. “Die Finanzierung folgt dem Auftrag”, sagte Wolf.

Der Senderverbund stelle sich dem Wandel der Zuschauergewohnheiten, sagte Wilhelm. Dazu gehöre der Neustart der ARD-Mediathek noch in diesem Jahr, auf der alle Angebote der Länderanstalten auf einer Plattform gebündelt werden. Zuschauer können Sendungen ihrer Wahl vom Norddeutschen bis zum Bayerischen Rundfunk damit unabhängig von der Sendezeit gucken.

Von dpa / RND

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