Online: 08.09.2018

Kommentar

Bessere Flugpläne für Pinguine

Sie leben im Eis, das nicht mehr ewig ist. Pinguine und Eisbären, fürchtet unser Kommentator, müssen deshalb wohl neue Fertigkeiten entwickeln.

Man lernt nie aus. Angeblich lebten die Eisbären und die Pinguine während der Eiszeit friedlich nebeneinander am Äquator, sie ernährten sich von den Fischen und genossen das kühle Klima, bis es eines Tages zu heiß wurde. Auf der Suche nach der Kälte gingen sie auseinander, die Pinguine landeten am Südpol und die Eisbären wanderten zum Nordpol. Nun geraten sie selbst dort durch den von Menschen verursachten Klimawandel in Schwierigkeiten.

Meine Freunde von Greenpeace erzählten, die Pinguine könnten wegen ihres Körperbaus nicht in den Himmel schauen. Wenn sie den Kopf zu doll nach oben recken, fallen sie auf den Rücken. Am Südpol wird heutzutage viel geflogen, die Menschen suchen dort nach Öl, Flugzeuge und Hubschrauber beunruhigen die Vögel, sie recken die Köpfe, landen auf dem Rücken und können nicht mehr aufstehen.

Aktivisten haben eine Gruppe gebildet, die die Pinguine wieder aufstellt. Sie wollen einen besseren Flugplan über dem Südpol. Wenn sie gerade alle Pinguine wieder aufgestellt haben, fliegt nämlich schon der nächste Hubschrauber drüber und die ganze Arbeit war für die Katz. Die Eisbären auf der anderen Seite des Globus haben ein noch größeres Problem. Früher suchten sie die Löcher im Eis und warteten, bis die Robben aus dem Loch guckten, um Luft zu schnappen. Nun ist das Eis so weit geschmolzen, dass die Robben keine Löcher mehr zu suchen brauchen. Sie schwimmen im freien Wasser und haben keine Angst vor den Eisbären mehr.

Die Eisbären müssen also dringend schwimmen und die Pinguine Gymnastik lernen, wenn sie überleben wollen.

Von Wladimir Kaminer

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