Online: 30.08.2018

Abgasbetrug

Anwalt wirft VW Behinderungsstrategie durch Vergleiche vor

Der millionenfache Abgasbetrug hat Volkswagen in den USA Milliarden gekostet. In Europa bekommen Kunden keinen Schadenersatz - verhindert der Konzern dies gezielt auch mit Hilfe außergerichtlicher Einigungen? Ein Anwalt hat eine klare Meinung dazu.

Der Anwalt Christopher Rother hat Volkswagen vorgeworfen, mit einer Vergleichsstrategie die gerichtliche Klärung des Abgas-Skandals zu behindern. Es sei für ihn deutlich, dass eine Absicht dahinterstecke, meinte der Jurist von der US-Kanzlei Hausfeld. VW vergleiche sich erst in der Berufungsinstanz, bevor das jeweilige Gericht die Chance habe, eine Entscheidung zu fällen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

23.100 Verfahren von VW-Besitzern in Deutschland

Ende des Jahres verjähren Rothers Angaben zufolge Ansprüche von VW-Kunden. Dies sei der Hintergrund für eine “sehr kluge Prozessstrategie”: Es werde eine abschließende gerichtliche Klärung der Frage, ob Volkswagen als Hersteller schadenersatzpflichtig ist, verhindert. “Die Strategie ist weitgehend aufgegangen.” Nach Einschätzung von Volkswagen ist die Zahl der Vergleiche gemessen an der Gesamtzahl der Verfahren gering.

Insgesamt sind in Deutschland rund 23.100 Verfahren von Autobesitzern, die einen manipulierten Diesel aus der VW-Gruppe fahren, anhängig. Rund 6000 Diesel-Urteile gibt es bisher - nach Angaben aus Konzernkreisen überwiegend ohne Erfolg für die Kunden. Die bislang elf Urteile an Oberlandesgerichten fielen demnach allesamt im Sinne des Herstellers oder seiner Händler aus.

Von RND/dpa

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