Online: 31.08.2018

Fachkräftemangel

Deutschland hat zu wenig Haushaltshilfen

In Deutschland gibt es zu wenig Haushaltshilfen. Das offenbart eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Nach einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gibt es in Deutschland zu wenige Haushaltshilfen.

“Angesichts eines immer weiteren Anstiegs der Frauen- aber auch Männererwerbstätigkeit ist der Wunsch nach Entlastung im Haushalt zwar groß, aber das Angebot offensichtlich knapp”, heißt es in der Studie, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Immer mehr Haushalte würden vergeblich nach einer Hilfe suchen.

Deutlicher Rückgang seit 2015

Das IW beruft sich in seiner Analyse auf eigene Berechnungen auf Grundlage von Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). “Im Jahr 2015 beschäftigten 4,3 Millionen Haushalte eine Hilfe. Im Jahr 2017 waren dies nur noch 3,75 Millionen”, so die Forscher. Der Rückgang lasse sich vor allem mit einem geringeren Angebot an Hilfen erklären.

Laut Studie melden 88 Prozent der Haushalte ihre Hilfen nicht an. Zum Vergleich: 2005 waren es noch 93 Prozent. 2017 hätten 305.000 Minijobber in Privathaushalten gearbeitet - fast drei Mal so viele wie 2005.

Hinzu kämen 47.845 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in diesem Bereich sowie eine geschätzte Anzahl von rund 20.000 Selbständigen, die auf Rechnung in Privathaushalten putzen, waschen und aufräumen. Bis zu 90 Prozent der angemeldeten Hilfen sind laut Studie Frauen.

Große regionale Unterschiede

Bei der Beschäftigung von Haushaltshilfen gibt es große regionale Unterschiede. “Während in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen mehr als jeder 10. Haushalt eine Putzhilfe beschäftigt, sind dies in Ostdeutschland weniger als jeder 20. Haushalt”, so die IW-Forscher.

Von Rasmus Buchsteiner

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