Online: 16.08.2018

Rezepte aus aller Welt

Das schmeckt nach Urlaub und Sommer

Egal, ob der Sommerurlaub noch bevorsteht oder man schon wieder im Alltag angekommen ist: Diese Rezepte sorgen für Ferienstimmung in der Küche. Viel Spaß beim Kochen. Und: Guten Appetit!

“Ein kulinarischer Roadtrip” lautet das Motto des Blogs von Nina Soentgerath. Die 36-Jährige bloggt auf der Webseite reisehappen.de seit dem Jahr 2014. “Damals war ich auf einer mehrwöchigen Reise durch Südostasien und wollte auf dem Blog einfach nur meine Erlebnisse fest- und meine Freunde auf dem Laufenden halten”, sagt die Grafikerin. Mittlerweile hat sie ihre eigene Nische gefunden. Auf Soentgeraths Blog finden sich Rezepte aus aller Welt, die sie von ihren Reisen mitbringt. Auch Tipps zur Planung liefert Soentgerath. 58 Länder hat die Food- und Reisebloggerin bereits besucht.

Thailändischer Mangosalat

Mangosalat - leichte Küche aus Thailand

Mangosalat - leichte Küche aus Thailand

Thailand und die Küche des Landes liebe ich, seit ich das erste Mal mit 16 Jahren an einem Schüleraustausch nach Bangkok teilgenommen habe. Die meisten Gerichte sind leicht zu kochen und alltagstauglich, man benötigt einfach nur frische Zutaten. Das Rezept für den Mangosalat habe ich von meiner ersten Reise nach Thailand mitgebracht. Den Salat hat mir das Hausmädchen meiner Gastfamilie häufig als Mittagessen für die Schule zubereitet. Es gab für mich nichts Schöneres, als mittags in der Schule meine Brotdose zu öffnen und all diese Köstlichkeiten der thailändischen Küche vorzufinden. Der Salat war mein Lieblingsgericht.

Erfrischend, aber gleichzeitig feurig-scharf schmeckt dieser thailändische Mangosalat. In Thailand wird er als Vorspeise oder leichtes Mittagsgericht gegessen.

So geht's

Zuerst das Palmzuckerwasser herstellen. Dafür Wasser mit dem Palmzucker in einem Topf aufkochen. Bei mittlerer Hitze unter Rühren rund fünf Minuten einkochen. So entsteht ein dünnflüssiger Sirup.

Nun beginnt die eigentliche Zubereitung des Salats. In einem Topf 100 Milliliter Wasser aufkochen und das Hackfleisch zugeben. Langsam garen, dabei rühren. Anschließend die Garnelen und die Fischsoße zum Hackfleisch geben. Die Mischung fünf Minuten köcheln lassen - und zwar so lange, bis die Garnelen gar sind. Dann die Flüssigkeit wegschütten und die Garnelen-Hack-Mischung in eine Schüssel füllen.

Die Mango schälen und das Fruchtfleisch mit einem Julienneschneider in sehr feine Streifen schneiden. Nun die Chilis waschen und in feine Ringe schneiden. Die Schalotten schälen und ebenfalls in feine Ringe schneiden. Die Thai-Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in feine Scheiben schneiden.

Schalotten und Chilis zu der Garnelen-Hack-Mischung füllen und drei Esslöffel Palmzuckerwasser untermischen. Anschließend die Mangostreifen und die Frühlingszwiebeln vorsichtig unterrühren. Alles gut vermischen und anrichten.

Zum Schluss den Koriander waschen und abtropfen lassen. Die Blättchen abzupfen und über den Salat streuen.

Das wird für zwei Personen gebraucht: Palmzuckerwasser: 50 g Palmzucker, 60 ml Wasser; Mangosalat: 100 g Schweinehackfleisch, 10 rohe Garnelen, 2 grüne Thai-Mango, 2 EL Fischsoße, 3 bis 4 rote Vogelaugenchilis, 1 bis 2 Schalotten, 4 Thai-Frühlingszwiebeln, 3 EL Palmzuckerwasser, 1 Handvoll Koriander

Tipp - Vogelaugenchilis sind sehr scharf. Ich nehme für diesen Salat drei bis vier. Am besten erst einmal mit einer anfangen, mehr kann man immer noch hinzugeben.

Mallorquinische Mayonnaise

Typisch mallorquinische Mayonnaise wird ohne Ei hergestellt

Typisch mallorquinische Mayonnaise wird ohne Ei hergestellt.

Mallorca ist für mich eigentlich kein Reiseziel, sondern seit etwa 20 Jahren meine zweite Heimat. Daher bin ich sehr vertraut mit der mallorquinischen Küche. Aioli darf bei keinem echt mallorquinischen Essen fehlen, man bekommt die Knoblauchmayonnaise in nahezu jedem Restaurant als Vorspeise mit einigen Oliven und Brot gereicht.

Typisch mallorquinische Mayonnaise wird ohne Ei hergestellt. So ist die Salmonellengefahr gebannt und man kann sie bedenkenlos bei jeder Temperatur essen. Statt Eier nimmt man auf Mallorca Milch und Öl für die Mayonnaise und dementsprechend auch für Aioli.

So geht's

Zunächst den Knoblauch schälen und grob würfeln. Diesen anschließend mit der Milch und einigen Tropfen Öl in ein hohes Gefäß geben. Mit einem Pürierstab alle Zutaten gut vermixen. Dabei den Pürierstab immer wieder ein bisschen nach oben ziehen und nach und nach das Öl zugießen. Dann beginnt die Masse schnell steif zu werden.

Sobald die Mayonnaise die gewünschte Konsistenz hat, ist sie auch schon fast fertig. Die Aioli mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken, gegebenenfalls noch mehr Knoblauch zugeben. Im Kühlschrank hält sich die Aioli zwei bis drei Tage.

Das wird gebraucht: 1/2 l neutrales Pflanzenöl, 1/2 l Vollmilch (auf keinen Fall H-Milch), 2 Knoblauchzehen, weißer Pfeffer, Salz, Paprikapulver (edelsüß)

Ropa vieja

Ropa vieja gilt als Nationalgericht Kubas

Ropa vieja gilt als Nationalgericht Kubas.

Ich wollte das authentische Kuba kennenlernen. So war ich Ende 2016 vier Wochen mit dem Rucksack auf der Insel unterwegs, habe nur die lokalen Busse als Fortbewegungsmittel genutzt und in privaten Casas übernachtet. Ropa vieja wurde mir bereits am ersten Abend in der Casa in Havanna serviert und sollte mich auch in den nächsten Wochen begleiten, denn es gilt als Nationalgericht Kubas. Viele unserer Gastgeber verwöhnten mich mit diesem Klassiker. Jeder auf Kuba bereitet dieses Gericht ein wenig anders zu, wenn auch die Grundzutaten immer gleich sind.

Ropa vieja ist ein kubanischer Rindfleischeintopf mit Paprika und Zwiebeln. Der Name Ropa vieja bedeutet wörtlich übersetzt alte Kleider. Der Sage nach gab es einst einen Mann, der zu arm war, um seine Familie zu ernähren. Die Situation war so hoffnungslos, dass er seine alte Kleidung kochte. Dabei geschah ein Wunder: Die alten Fetzen verwandelten sich in einen wunderbaren Rindfleischeintopf. Eine schöne Geschichte, oder?

So geht's

Zunächst die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Scheiben schneiden. Die Paprika waschen, putzen und ebenfalls in feine Scheiben schneiden. Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Auch die Karotte schälen und in vier bis fünf große Stücke teilen. Den Sellerie waschen und vierteln.

In einem großen Topf etwas Öl stark erhitzen. Das Fleisch trocken tupfen und scharf anbraten. Anschließend aus dem Topf nehmen und beiseitestellen.

Dann die Zwiebeln und die Paprikastreifen in den Topf geben und bei mittlerer Hitze 15 bis 20 Minuten leicht anbraten. Nun Knoblauch, Oregano, Kreuzkümmel, Paprikapulver, Salz und Pfeffer zugeben und ein bis zwei Minuten weiterbraten. Mit dem Weißwein ablöschen. Den Wein kurz aufkochen lassen, um die braunen Reste am Topfboden zu lösen. Diese geben der Soße den Geschmack.

Die Rinderbrühe, das Tomatenmark, die Tomatenwürfel und die Lorbeerblätter zugeben. Die Soße fünf Minuten weiterköcheln lassen. Dann das Fleisch zurück in den Topf geben und alles vermengen. Deckel darauf: Das Ropa vieja drei bis vier Stunden bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis das Fleisch zart ist.

Danach die Lorbeerblätter, die Karottenstücke und den Sellerie entfernen und das Fleisch herausnehmen. Das Fleisch kann man nun einfach mit einer Gabel auseinanderzupfen. Nun das Fleisch wieder in die Soße geben. Außerdem die Oliven und die Kapern hinzufügen. Das Ropa vieja ohne Deckel 30 Minuten weiterköcheln lassen, sodass die Soße eindickt.

In der Zwischenzeit die Petersilie waschen, die Blätter abzupfen und fein hacken. Zum Schluss den Eintopf mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie unterheben.

Ropa vieja serviert man auf Kuba mit Reis oder Moros y Cristianos, das heißt Reis mit schwarzen Bohnen. Auch Tostones, gebratene Kochbananen, passen wunderbar dazu.

Das wird für vier Personen gebraucht: 500 g Flanksteak, 1 große Zwiebel, 1 grüne und 1 rote Paprika, 2 Knoblauchzehen, 2 TL getrockneter Oregano, 2 TL gemahlener Kreuzkümmel, 2 TL süßes Paprikapulver, 1 TL Paprika de la Vera (geräuchertes Paprikapulver), 2 TL Salz, 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, 250 ml Weißwein, 250 ml Rinderbrühe, 1 Dose Tomatenwürfel, 2 EL Tomatenmark, 2 Lorbeerblätter, 1 große Karotte, 1 Stange vom Staudensellerie, 250 g grüne Oliven ohne Kern, 2 EL Kapern, 1 Bund Petersilie, Öl

Tipp: Traditionelles Ropa vieja wird mit Flanksteak, auch Flanke oder Dünnung genannt, zubereitet. Das gibt es in Deutschland traditionell jedoch nicht, da dieses Teilstück des Bauchlappens hierzulande fast ausschließlich zur Wurstherstellung verwendet wird. Eventuell ist das Flanksteak beim Fleischer des Vertrauens erhältlich.

Bloggerin Nina Soentgerath bringt von Reisen rund um den Globus allerlei leckere Rezepte mit, die das Urlaubsfeeling noch ein wenig verlängern

Bloggerin Nina Soentgerath bringt von Reisen rund um den Globus allerlei leckere Rezepte mit, die das Urlaubsfeeling noch ein wenig verlängern.

Von Nina Soentgerath

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