Online: 28.08.2018

DNA-Analyse

Der Höhlenbär ist nicht ganz ausgestorben

Höhlenbären gibt es seit Tausenden von Jahren nicht mehr. Aber auf eine gewisse Art und Weise leben sie weiter - im Erbgut ihrer Verwandten.

Eigentlich gibt es Höhlenbären schon seit mindestens 25.000 Jahren nicht mehr. Damals starben die großen, etwas plump gebauten Tiere aus - nicht ganz ohne das Zutun der Menschen. Doch auf gewisse Weise leben die Höhlenbären weiter, nämlich in den heutigen Braunbären.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Potsdam hat das Genom von vier ausgestorbenen Höhlenbären aus verschiedenen Regionen Europas untersucht. Dann verglichen sie die DNA unter anderem mit der von heute lebenden Braunbären. Dabei fanden sie heraus, dass sich Braun- und Höhlenbären vor Tausenden von Jahren gepaart haben mussten und so fruchtbare Hybride zeugten. Denn in der DNA der Braunbären fanden sich noch Spuren von Höhlenbären-DNA.

Knochen eines Höhlenbären

Knochen eines Höhlenbären.

Die einzelnen Braunbären hatten zwar nur jeweils rund ein bis zwei Prozent des Höhlenbären-Genoms. Aber weil es sich dabei immer um andere Bereiche handelt, ist insgesamt ein großer Teil Höhlenbär-Genom in den heutigen Braunbären erhalten. Die Ergebnisse zeigten demnach, dass Arten die zwar ausgestorben sind, auf genetischer Ebene trotzdem noch für Zehntausende Jahre am Evolutionsgeschehen teilhaben könnten, heißt es.

Von asu/RND

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