Online: 03.09.2018

Risikofaktoren

Studie: Hunderttausende Krebsfälle wären vermeidbar

Die Diagnose Krebs hätte allein in diesem Jahr mehr als Hunderttausend Menschen in Deutschland erspart werden können. Forscher haben erstmals umfangreich analysiert, wie viele Fälle in Deutschland auf Risikofaktoren wie Rauchen zurückzuführen sind.

Mehr als ein Drittel aller Krebserkrankungen könnte nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) vermieden werden. Wie Wissenschaftler des Heidelberger Zentrums für das Jahr 2018 berechneten, könnte eine gesunde Lebensführung insgesamt 165.000 von 440.000 (37,4 Prozent) der Krebsfälle vorbeugen, teilte das DKFZ am Montag mit.

Nach den Berechnungen ist der Konsum von Zigaretten der Grund für 19,3 Prozent aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland. Ungesunde Ernährungsgewohnheiten (7,8 Prozent), Übergewicht (6,9 Prozent) und Bewegungsmangel (6,1 Prozent) tragen ebenfalls einen großen Anteil zu den Krebsneuerkrankungen bei, wie es in der Studie heißt.

Auch Alkohol und Solarien sind Risikofaktoren

Hinzu kämen Infektionen (4,0 Prozent), Alkoholkonsum (2,2 Prozent) und Umweltfaktoren wie Radon, Feinstaub, Solarien, Passivrauchen (insgesamt 1,2 Prozent).

Bei ihrer Untersuchung berücksichtigten die Wissenschaftler 440.000 Krebsfälle bei Personen im Alter von 35 bis 84 Jahren sowie die Risikofaktoren, die gesichert als krebserregend gelten.

Als nicht haltbar hatte sich in vorangegangenen Studien die Vermutung erwiesen, dass Krebs auch psychisch bedingt sei. Vielmehr spielten sowohl genetische Einflüsse als auch der Zufall eine große Rolle, ob jemand Krebs bekommt.

Von epd/so/RND

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