Online: 05.09.2018

Studie

Acht Vogelarten seit 2000 ausgestorben - auch der “Rio”-Papagei

Der Himmel wird immer leerer: Mindestens acht Vogelarten sind laut einer neuen Studie in den vergangenen Jahren höchstwahrscheinlich oder mit Sicherheit ausgestorben. Darunter der Star aus dem Film “Rio”.

Im Animationsfilm “Rio” kämpften sie ums Überleben, später drehte sich das Online-Spiel “Angry Birds Rio” um ihre Befreiung. In der Realität haben es die Papageien der Art Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) nicht geschafft. In freier Wildbahn gibt es sie nicht mehr. Einige der Exemplare, die nur in Brasilien vorkamen und ein leuchtend blaues Gefieder haben, leben heute noch in Gefangenschaft. Neben den Spix-Ara sind mindestens sieben weitere Vogelarten in den vergangenen Jahren höchstwahrscheinlich oder mit Sicherheit ausgestorben.

Das hat eine neue Studie der internationalen Organisation Birdlife International ergeben. Damit sind laut Roter Liste der gefährdeten Arten weltweit etwa 187 Vogelarten seit dem Jahr 1500 verschwunden. Ursachen des rapiden Schwunds sind unter anderem das Einschleppen fremder Arten und die Jagd sowie die Abholzung von Wäldern, wie die Organisation im britischen Cambridge mitteilte. Fünf der acht in jüngster Zeit betroffenen Vogelarten stammten aus Südamerika.

Vogelsterben auch in Deutschland

Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern nimmt das Vogelsterben zu, vor allem Feldvögel sind betroffen. Die Ursachen hierzulande sind laut Experten auf die intensive Landwirtschaft zurückzuführen. Den Vögeln fehle es an natürlichem Lebensraum, Pestizide setzten ihnen zu, sie fänden kaum noch Nahrung.

Darüber hinaus breitet sich derzeit das Usutu-Virus massiv in Deutschland aus, das nach Einschätzung vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin noch in diesem Jahr vielen Tausend Amseln das Leben kosten dürfte.

Von dpa/so/RND

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