Online: 06.09.2018

Umfrage 2018

Deutsche fürchten nichts mehr als die Politik von Donald Trump

Im Jahr 2018 haben die Deutschen vor nichts mehr Angst als vor überforderten Politikern - allen voran fürchten sie die Politik von Donald Trump. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage “Die Ängste der Deutschen 2018”. Auch Flüchtlingsfragen beschäftigen die Menschen weiterhin sehr.

Machtkämpfe in der Bundesregierung, Streit um Zuwanderung, Geldspritzen an verschuldete EU-Länder: Die aktuellen politischen Themen beeinflussen die Ängste der Deutschen nachhaltig. Am meisten aber verschreckt sie die Politik des US-Präsidenten - und damit die Sorge um die Gefährdung der internationalen Lage durch die Politik von Donald Trump. Mit 69 Prozent erreicht sie einen der höchsten Werte, die jemals in der Geschichte der 25 Jahre alten Ängste-Studie gemessen wurden, heißt es bei der aktuellen Umfrage der RV-Versicherung “Die Ängste der Deutschen 2018”. “Mehr als zwei Drittel der Deutschen haben große Angst davor, dass die Politik von Donald Trump die Welt gefährlicher macht”, sagte Studienleiterin Brigitte Römstedt bei der Vorstellung der Ergebnisse am Donnerstag.

Mit 63 Prozent und damit sechs Prozentpunkten Abstand auf den Spitzenplatz folgt die Sorge, dass die Deutschen und ihre Behörden durch die große Zahl der Flüchtlinge überfordert sind (Vorjahr: 57 Prozent, Platz sechs). Ebenfalls 63 Prozent der Bürger haben Angst davor, dass es durch den weiteren Zuzug von Ausländern zu Spannungen zwischen Deutschen und hier lebenden Ausländern kommt - zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und jetzt Platz drei. Auf Rang vier: die Befürchtung, dass die Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind. Sie steigt um sechs Prozentpunkte (Vorjahr: 55 Prozent, Platz acht).

Furcht vor Terror auf Platz Fünf abgesackt

Nach den Attentaten in Europa lag die Furcht vor terroristischen Anschlägen in den vergangenen zwei Jahren auf Platz eins der Ängste-Skala - mit sehr hohen Werten von über 70 Prozent. Jetzt sackt die Terrorangst um zwölf Prozentpunkte auf Platz fünf ab, bleibt mit 59 Prozent aber weiter überdurchschnittlich hoch. Mit 58 Prozent weiterhin groß ist die Angst, dass die Schuldenkrise einiger EU-Staaten für den deutschen Steuerzahler teuer wird (Platz sechs). Die Angst vor Extremismus - im Vorjahr noch auf Platz zwei - ist um fünf Prozentpunkte gesunken und rutscht mit 57 Prozent auf Platz sieben der Ängste-Skala.

Wie im Vorjahr befürchten 56 Prozent der Befragten, dass die Zahl der Naturkatastrophen weiter zunimmt - Platz acht der aktuellen Studie. Erstmals hat die R+V auch die Angst vor dem Klimawandel abgefragt. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) habe die Besorgnis geäußert, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat. Im Fokus steht auch ein weiteres Umweltthema: 55 Prozent der Deutschen sorgten sich um die Schadstoffe in Nahrungsmitteln (Platz neun).

Deutsche haben insgesamt überdurchschnittlich viele Ängste

Laut der Ergebnisse ist auch der Angstindex - der Durchschnitt der abgefragten Sorgen - im Vergleich zu 2017 um einen Prozentpunkt gestiegen und bleibt mit 47 Prozent überdurchschnittlich hoch. 2018 überspringen zehn der abgefragten 21 Sorgen die 50-Prozent-Marke - dies sei deutlich mehr als in den meisten Studien zuvor, so die Autoren.

Die Studie “Die Ängste der Deutschen” gilt als Seismograph der Stimmungen um die Themen Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie, Gesundheit und persönlicher Sorgen. Bereits seit 1992 befragt das R+V-Infocenter jährlich rund 2400 Männer und Frauen im Alter ab 14 Jahren in Deutschland. Die repräsentative Umfrage startet jeweils im Sommer - dieses Mal lief sie vom 8. Juni bis zum 18. Juli 2018 mit 21 Fragen.

Von Sonja Fröhlich/RND

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