Online: 14.09.2018

Reaktion auf Zinserhöhung

Erdogan: “Meine Geduld hat Grenzen”

Die türkische Zentralbank hat mit einer drastischen Erhöhung des Zinssatzes auf die Währungskrise in der Türkei reagiert. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisiert diesen Vorgang scharf und vermutet eine Verschwörung dahinter.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Zentralbank für ihre Erhöhung des Leitzins scharf kritisiert: “Wir werden die Folgen dieser Unabhängigkeit sehen”, sagte Erdogan vor Angehörigen der Regierungspartei. Seine “Geduld” mit der Bank habe ihre Grenzen, fügte er hinzu.

Am Donnerstag hatte die türkische Zentralbank wegen der Währungskrise beschlossen, den Zinssatz für einwöchige Repo-Geschäfte von 17,75 auf 24 Prozent zu erhöhen. Mit der Leitzinserhöhung stellte sie sich gegen Erdogan, der eine Zinssenkung gefordert hatte.

Erdogan wiederholte seine Vermutung, dass die Wirtschaftskrise der Türkei Teil einer ausländischen Verschwörung gegen das Land sei, weil sich Ankara Forderungen aus Washington nicht beuge. Die USA fordern von der Türkei die Auslieferung des inhaftierten US-Pastors Andrew Brunson.

Neuer Halt bei Staatsbesuch in Deutschland

türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kommt im Rahmen seines anstehenden Staatsbesuchs in Deutschland auch nach Köln. Sein Besuch in der Domstadt werde am 29. September stattfinden, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zum Programm des Präsidenten in Köln könne man noch nichts sagen. Möglich ist, dass Erdogan die neue Zentralmoschee der Türkisch-Islamische Union Ditib besucht oder sie offiziell eröffnet. Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob sagte, er werde alles tun, um die Sicherheit des Staatsgastes und der Menschen zu gewährleisten.

Erdogan kommt am 28. und 29. September nach Deutschland. Früheren türkischen Angaben zufolge will er sich gleich zweimal mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen: zu einem Arbeitsessen am 28. und zu einem weiteren Gespräch am 29. September. Zudem sind ein Staatsbankett und ein Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geplant.

Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin hatte in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass der türkische Staatschef daneben aber auch Deutschtürken zum Gespräch treffen wolle. Auftritte Erdogans in Deutschland hatten in der Vergangenheit heftige Proteste hervorgerufen.

Von RND/dpa/tap

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