Online: 13.03.2015 - ePaper: 14.03.2015

Kerstin Hogan und Mihau Rutkowski sind zurück nach Lüchow-Dannenberg gezogen, um eine Familie zu gründen. Vor elf Monaten wurde Sohn Phillip geboren. Die Familie fühlt sich wohl in Hitzacker. In Teil 7 der EJZ-Serie "Na DAN(N)" erzählt das Paar, warum es seiner Meinung nach in der Elbestadt schöner ist als in Hannover.

EJZ-Serie: Kerstin Hogan und Mihau Rutkowski fühlen sich wohl in Hitzacker

ZoomSind aus Hannover nach Hitzacker zurückgekehrt und leben dort nun gemeinsam mit Sohn Phillip: Kerstin Hogan, die in Nebenstedt aufgewachsen ist, und Mihau Rudkowski, dessen Eltern zu Zeiten des Eisernen Vorhangs aus Polen nach Hitzacker geflohen waren.

Kerstin Hogan und Mihau Rutkowski: nach Hitzacker zurück, um Familie zu gründen

bp Hitzacker. Lüchow-Dannenberg gilt als ausblutende Region. Doch es gibt viele Menschen, die hier leben wollen und nirgendwo sonst. Die EJZ-Serie "Na DA(N)" stellt Menschen vor, die neu nach Lüchow-Dannenberg oder dorthin zurück gezogen sind. Teil 7: Kerstin Hogan und Mihau Rutkowski aus Hitzacker.

 

In Hannover hat es Mihau Rutkowski so gar nicht gefallen. "Das ist keine schöne Stadt, eine Nullnummer", findet er. Seiner Partnerin Kerstin Hogan wegen war er 2010 dorthin gezogen. Er hat versucht, mit der Stadt warm zu werden und mit ihren Menschen. Vergebens. Es sei nicht leicht, dort Kontakte zu knüpfen. Und er habe immer nur Jobs als Leiharbeiter gefunden. "Aber für lau knechten, das wollte ich nicht", erinnert er sich.

Seit knapp zwei Jahren wohnen Hogan und Rutkowski wieder in Hitzacker. Er ist dort aufgewachsen, nachdem seine Eltern noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs von Bydgoszcz, einer 360000-Einwohner-Stadt im Nordwesten Polens, aus mit den Kindern nach Deutschland geflohen waren. Sie hatten Verwandte in Hitzacker und landeten deshalb in der Elbestadt.

Leicht war der Start für den damals achtjährigen Mihau nicht, er und seine Eltern sprachen kein Wort Deutsch, waren fremd. Nicht ganz einfach sei es als Achtjähriger in der zweiten Klasse ohne Sprachkenntnisse in einer nicht vertrauten Umgebung gewesen. "Aber als Kind lernt man schnell", erinnert sich der heute 34-Jährige. Die Eltern fanden Arbeit, die Kinder fühlten sich schnell heimisch.

"Hier ist unser Zuhause, das war Hannover nie", sagt Rutkowski. Der Zerspanungsmechaniker bekam dann 2013 ein Jobangebot von der Firma Ceratizit in Hitzacker. Und ließ sich nicht lange bitten. "Er kam nach Hause und sagte: Lass uns zurück nach Hitzacker gehen", erinnert sich Kerstin Hogan. Und dann ging alles ziemlich schnell.

"Wenn Familie, dann hier", das sei dem Paar immer klar gewesen, sagt Hogan, die in Nebenstedt aufgewachsen ist. Und genau das sind sie seit elf Monaten: eine Familie. Seitdem ist Phillip auf der Welt, geboren in Dannenberg. Dass ihr Sohn beschaulich und nicht in der Großstadt aufwächst, freut die Eltern. Noch leben sie in einer Wohnung in Hitzacker, sind aber auf der Suche nach einem Haus. "Ich habe es sehr genossen, dass ich auf dem Dorf aufgewachsen bin, frei raus laufen zu können, uneingeschränkt gewesen zu sein", denkt Hogan an ihre Kindheit zurück. Ähnliches wünscht sie sich auch für ihren zweisprachig aufwachsenden Sohn.

Lange ist Kerstin Hogan weg gewesen aus ihrer Heimat Lüchow-Dannenberg. Die Frisörmeisterin hat in Wittenberge, Salzwedel und Lüneburg gearbeitet und gelebt, ist als mobile Frisörin von Kundin zu Kundin unterwegs gewesen, hat in Hannover zwei Jahre lang als Bereichsleiterin 26 Frisörsalons betreut, zuletzt einen Salon in Lüchow-Dannenberg geleitet. Die 39-Jährige hat zwar lieber als ihr Lebensgefährte in Hannover gelebt, ist aber trotzdem froh, wieder in Lüchow-Dannenberg zu sein. "Hier fühle ich mich einfach zu Hause, wenn ich über den Deich Richtung Penkefitz fahre, dann denke ich: ,Wow, das ist es!’" Im "netten Städtchen Hitzacker" fühlen sich beide wohl, die Menschen seien nett zueinander, es gehe familiär und freundschaftlich zu. Klar, Hannover habe schöne Ecken und es sei viel los. Aber wenn sie mal ehrlich sei, was von den vielen Angeboten in Hannover habe sie schon genutzt?

Und, sagt Rutkowski, Hitz-acker habe eben Vorteile, von denen die Hannoveraner nur träumen könnten. Die Elbe zum Beispiel. Die sei schon etwas anderes als die Leine. Motorboote sind seine große Leidenschaft. Er kauft sie, repariert sie oder hübscht sie auf, liebt es, auf dem Fluss unterwegs zu sein oder Ausflüge mit Freunden zu machen, die auch Boote besitzen. In Lüchow-Dannenberg muss man nicht unbedingt zu den oberen zehn Prozent gehören, um sich das leisten zu können.

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