Online: 17.07.2015 - ePaper: 18.07.2015

Margarete Svensson-Franz und Jörg Franz wohnen seit einiger Zeit in Gümse. Margarete Svensson-Franz ist nach 35 Jahren in ihre Heimat zurückgekehrt. Das Ehepaar fühlt sich pudelwohl in der Region.

Margarete Svensson-Franz und Jörg Franz fühlen sich in Gümse pudelwohl

ZoomDie gebürtige Lüchow-Dannenbergerin Margarete Svensson-Franz zog 2007 nach 35 Jahren wieder zurück in ihr Elternhaus in Gümse. Ihren Ehemann Jörg Franz , einen gebürtigen Merseburger, nahm sie mit.

Lüchow-Dannenberg gilt als ausblutende Region. Doch es gibt Menschen, die hier leben wollen und nirgendwo sonst. Die EJZ-Serie "Na DAN(N)" stellt Menschen vor, die neu nach Lüchow-Dannenberg oder dorthin zurück gezogen sind. Teil 23: Margarete Svensson-Franz und Jörg Franz aus Gümse.

 

fb Gümse. Kennengelernt haben sie sich 2001: "Das war bei der Arbeit in Hamburg", erzählt Margarete Svensson-Franz. Sie arbeiteten beide in einem Fachhandel für Automatiktüren und Türschließer. Ihr Ehemann Jörg Franz nickt lächelnd. Seit neun Jahren sind die beiden nun verheiratet. Bis 2007 lebten sie zusammen in Wilhelmshaven, bis Umstrukturierungen im Betrieb zur Schließung aller Außenstellen führten. "Ich habe dann vorgeschlagen, nach Lüchow-Dannenberg zu ziehen", erzählt der 62-Jährige. Und seine Frau ergänzt: "Wir wollten sowieso irgendwann nach Gümse ziehen und das war der richtige Zeitpunkt." An den Wochenenden sei sie sowieso meist in Gümse gewesen, um ihrer Tante im Haushalt zu helfen, erzählt die 63-Jährige. Jörg Franz begleitete sie dabei häufig und fand Gefallen am Landleben.

Ihn als typischen Landmenschen zu bezeichnen, wäre auf den ersten Blick etwas merkwürdig: Geboren in Merseburg an der Saale, aufgewachsen in Bochum, gearbeitet hat er in Hamburg - von Landleben erstmal keine Spur. Dennoch habe ihn das Leben auf dem Land immer gereizt, betont der gelernte Kfz-Elektriker: "Ich liebe diese Ruhe. Das ist für mich etwas ganz Besonderes."

Anders ist die Situation bei seiner Ehefrau: Sie ist in Gümse aufgewachsen, machte nach der Schule eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau und zog dann im Alter von 20 Jahren mit einer Freundin nach Würzburg: "Ich musste hier einfach mal raus aus meinem Elternhaus." Nach nur einem Jahr in Würzburg ging es nach Hamburg. Dort blieb sie knapp 30 Jahre, bis sie zu ihrem jetzigen Ehemann nach Wilhelmshaven zog.

Die Umstände, unter denen sich die beiden kennen lernten, waren kompliziert, ihre Lebensgeschichten - abgesehen von ihrer Herkunft - bis dahin sehr ähnlich: "Wir waren beide schon rund 25 Jahre mit einem anderen Partner verheiratet als wir uns getroffen haben", erzählt Margarete Svensson-Franz schmunzelnd. Doch damit nicht genug: "Wir haben außerdem je zwei Kinder, die in etwa gleich alt sind", ergänzt Jörg Franz. Die Geschichten ähneln sich sehr. Der Traum vom Landleben einte die beiden und so fanden sie schnell zusammen. "Mit meinem vorigen Ehemann hätte ich niemals herziehen können, das Land war für ihn immer eine Qual", erklärt Svensson-Franz. Umso glücklicher sei sie nun.

Hamburg vermisst das Ehepaar nicht: "Jeden Tag, den Verkehr in Hamburg ertragen zu müssen, war für mich purer Stress", sagt Jörg Franz. Das Einleben in der neuen Heimat sei ihm deshalb nicht schwer gefallen. Die Natur und die Ruhe würden im Alter vieles leichter machen. Und außerdem: "Alles, was wir zum Leben brauchen, haben wir hier in der Nähe", betont Margarete Svensson-Franz. Man könne alles mit dem Fahrrad erreichen oder zur Not auch mal das Auto nutzen. Schade sei lediglich, dass zum Beispiel kein Theater direkt in der Nähe ist: "Damit arrangieren wir uns aber."

Das Ehepaar liebt das Landleben - die Ruhe, dass die Autobahn weit weg ist, dass es hier keine Hektik gibt. Sie genieße es, die Vögel im Garten zwitschern zu hören, und im Sommer jeden Tag im Gümser See schwimmen zu gehen, schwärmt Margarete Svensson-Franz. Oft sei sie mit ihrem Mann mit dem Fahrrad unterwegs. Der genieße es aber auch mal nur zu Hause zu sein und "einfach abschalten" zu können.

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