Online: 04.07.2017 - ePaper: 05.07.2017

Ein Ende und zwei Neuanfänge?

Eigentümer-Gruppe verkauft Dannenberger Disco P6

ZoomWie geht es weiter mit der Pyramiden-Disco „P6“ in Dannneberg? Klar ist: Das Gebäude ist verkauft, und die bisherigen Betreiber schauen sich nach Alternativstandorten um.

Dannenberg. Die Dannenberger Disco-Pyramide hat eine wechselvolle Geschichte. Ende der 1990er-Jahre für rund 2,5 Millionen D-Mark - rund 1,25 Millionen Euro - gebaut und im Jahr 2000 mit viel Tamtam als Apex eröffnet, stand sie schon mehrfach kurz vor dem Ende, schloss zeitweilig, kam aber immer wieder auf die Beine - und läuft derzeit, sagt Betreiber Jörn Harms, "so richtig gut". Doch jetzt ist die Zukunft des P6, wie die Disco seit knapp elf Jahren heißt, wieder einmal ungewiss. Zum 31. Juli ziehen Jörn Harms und seine Frau Katja, die die Disco seit zwei Jahren mit ihrer Firma "KAMOflage" betreiben, aus der Pyramide aus, und damit endet dann auch erst einmal der Party-Betrieb in der Party-Pyramide. Weil die Eigentümer des futuristischen Baus, eine Gruppe von vornehmlich Dannenberger Geschäftsleuten, die Disco verkauft haben. Für einen, so heißt es, niedrigen sechsstelligen Betrag an einen Unternehmer aus dem norddeutschen Raum. Doch der will die Disco offenbar nicht, wie von vielen befürchtet und verbreitet, schließen oder umwidmen, sondern weitermachen. Mehr noch: Man will investieren und dem derzeitigen P6 "ein neues, moderneres Gesicht" geben und künftig das Veranstaltungsangebot sogar noch ausweiten, heißt es seitens der neuen Eigentümer.

Doch das alles ist noch Zukunftsmusik. Erst einmal endet am 31. Juli der Disco-Betrieb. "Wir ziehen nach der letzten Party am 29. Juli aus, mit unserem Equipment", sagt Jörn Harms. Er selbst wisse schon seit geraumer Zeit, dass die Eigentümer die Pyramide loswerden wollten, erzählt er, und er und seine Frau hätten auch mit dem Gedanken gespielt, selbst zuzuschlagen und das P6 zu kaufen. Doch man sei sich mit den Eigentümern nicht einig geworden, sagt Harms. "Daher ist für uns und das P6 in der Form, wie unsere Gäste es kennen und schätzen, Ende des Monats Schluss." Bis dahin, so Harms, wolle man aber "noch einmal richtig Gas geben" und "fünf tolle Partys feiern", kündigt er an. Auch wenn das eine Herkules-Aufgabe sei, da man ganz nebenbei auch noch das Stadtfest in Bad Bevensen planen und dann auch abwickeln müsse - ebenfalls am letzten Juli-Wochenende.

Und das ist noch nicht alles. Denn Jörn und Katja Harms wollen weiter Disco machen - in Lüchow-Dannenberg. "Seit wir wissen, dass wir aus dem P6 raus müssen, suchen wir nach einer Möglichkeit, in Lüchow-Dannenberg weiter einen regelmäßigen und verlässlichen Clubbetrieb anzubieten", stellt Jörn Harms heraus. Dazu habe man viele Gespräche geführt und auch schon "eine gute, vielversprechende Idee, die wir derzeit umsetzen" entwickelt, stellt er heraus, ohne konkreter werden zu wollen. "Es wird weitergehen, wie im P6, also jeden Sonnabend, verlässlich", verspricht er. Und wenn alles in trockenen Tüchern sei, gebe man das natürlich auch "schnellstmöglich bekannt".

Für Lüchow-Dannenberg könnte das bedeuten, dass es dann wieder zwei Discotheken gibt, nachdem viele Jahre das P6 nach dem Ende des mittlerweile sogar abgerissenen Lascaux in Hitzacker und des "No. 1" in Lüchow, das zuletzt als Garage für Luxusautos diente, sozusagen ein Party-Monopol hatte - zumindest was den regelmäßigen Betrieb mit einer Veranstaltung in der Woche anbelangt. Wenn denn die neuen Eigentümer und künftigen Betreiber der Pyramiden-Disco in Dannenberg Wort halten. Michael Wieczorek, Bauunternehmer aus Hitzacker und sowohl einer der Bauherren der Pyramide als auch Teil der nun ehemaligen Eigentümer-Gruppe, glaubt fest daran. "Uns war das beim Verkauf unheimlich wichtig, dass der Disco-Betrieb weitergeht. Weil eine solche Einrichtung für die Region nun einmal wichtig ist", sagt er. Dass der neue Eigentümer weitermacht und die Pyramide wieder Disco wird, davon geht er "jetzt einfach einmal aus". Und genau das habe man vor, heißt es vonseiten der neuen Eigentümer, die bislang allerdings ungenannt bleiben wollen.

Mehr noch: Man wolle investieren - in das Gebäude, aber auch in das Programm und in das Angebot. "Wir wollen dort etwas machen, das einen Mehrwert für die ganze Region darstellt", so ein Sprecher. Disco, Club und "andere Veranstaltungen musikalischer und kultureller Natur". Und das eben auch verlässlich und regelmäßig. Man darf gespannt sein. rg

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