Online: 17.05.2018 - ePaper: 18.05.2018

Hinweise auf Brandstiftung

Nach Feuer beim Textildiscounter Kik in Lüchow: Staatsschutz ermittelt

ZoomDie Raucmelder piepten am Donnerstagmorgen noch: Die Filiale des Textildiscounters Kik in Lüchow ist in der Nacht zu Donnerstag ausgebrannt.

Update 9.50 Uhr: Weil die Polizei einen möglichen Zusammenhang zu zwei Brandanschlägen vor zwei Jahren, die dem Unternehmen galten, nicht ausschließen kann, ist mittlerweile auch der Staatsschutz eingeschaltet.

Von Thomas Lieske

Lüchow. Die Filiale des Textildiscounters Kik in Lüchow ist in der Nacht zu Donnerstag ausgebrannt. Verletzt wurde offenbar niemand, ein angrenzender Supermarkt wurde nicht beschädigt. Der Schaden beträgt rund 500 000 Euro. Laut Polizeisprecherin Antje Freudenberg gibt es "Hinweise auf Brandstiftung". Polizisten hätten vor Ort eine eingeschlagene Fensterscheibe gefunden.

Auch gegen 6 Uhr am Donnerstagmorgen piepen noch einige Rauchmelder, beißender Brandgeruch dringt aus den zerborstenen Fensterscheiben des in der Nacht ausgebrannten Textildiscounters KiK in Lüchow. Eine eingeschlagene Fensterscheibe deutet darauf hin: "Wir gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Brandstiftung aus", erklärt Polizeisprecher Kai Richter. Und weil die Lüchower Filiale schon einmal Opfer eines versuchten Brandanschlags war, ist mittlerweile der Staatsschutz an den Ermittlungen beteiligt.
Es ist ein Déjà-Vu: Damals, im Mai 2016, steckten unbekannte Feuerteufel nicht nur das Einkaufszentrum in der Jeetzelallee in Dannenberg an, sondern warfen auch Brandsätze in den Lüchower Textildiscounter. Die zündeten jedoch nicht durch und richteten "nur" einen fünfstelligen Schaden an. An beiden Orten hinterließen die Täter allerdings politische Botschaften mit Farbe. Sie galten zweifelsohne dem Unternehmen, mit dessen Produktionsweise eine Reihe von Menschen nicht einverstanden sind. Die Polizei prüft nun einen möglichen Zusammenhang zwischen beiden Bränden, sagt Kai Richter. Anders als bei den Bränden im Jahr 2016 gebe es derzeit kein Bekennerschreiben, "auch nicht auf den einschlägigen Internetseiten", betont Richter. Damals, erinnert der Polizeisprecher, hätten politisch Motivierte eine Kampagne gegen den Textildiscounter gestartet. Den Großbrand in Dannenberg und die Attacke auf den Lüchower Läden zählt man bis heute zu dieser Kampagne. Einige Tatverdächtige, die die Polizei damals im Visier hatte, musste sie wieder laufen lassen – die Beweismittel reichten nicht.
KiK selbst äußert sich zu dem Vorfall noch bedeckt. Nur so viel: Die sieben betroffenen Mitarbeiter sollen vorerst an anderen Standorten eingesetzt werden. Da das Unternehmen nur Mieter der Räume in der Seerauer Straße in Lüchow sei, könne man noch nichts zu einer möglichen Wiedereröffnung sagen: "Diese Entscheidung trifft der Eigentümer der Immobilie", erklärt Sprecherin Melissa Kohnen. Zu einer möglicherweise politisch motivierten Tat wolle man sich nicht äußern. Auch nicht dazu, ob der vermutliche Brandanschlag Konsequenzen bei Sicherheitsvorkehrungen für andere Standorte haben wird.
Bei der Stadtverwaltung in Lüchow habe man das Thema auf dem Plan, erklärt Marion Janiesch für die Verwaltungsspitze. Man wolle eine genaue Einschätzung des Schadensausmaßes abwarten und dann mit dem Unternehmen in Kontakt treten und handeln, sagt Janiesch.

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