Online: 04.09.2018 - ePaper: 05.09.2018

Veranstalter Sebastian Busse ist nach dem Auftritt des Sängers in Krummasel sauer und will rechtliche Schritte prüfen. Das Management schweigt zu den Vorwürfen.

Frust nach Pietro Lombardis Auftritt in Krummasel

ZoomNicht viel zu verstehen war beim Auftritt von Pietro Lombardi am Sonnabend in Krummasel. Der Veranstalter ist vom Auftreten des Sängers enttäuscht.

Von Jörn Zahlmann

Krummasel. Im Nachhinein ist Sebastian Busse froh darüber, dass es nur knapp mehr als 400 Menschen zur "Senorita"-Party am Sonnabend in die Krummaseler Kartoffelscheune verschlagen hat. "Es tut mir Leid für die Leute, die für Pietro Lombardi zu uns gekommen sind. Das war eine Frechheit, am liebsten hätte ich den Auftritt abgebrochen", ist Busse, der die Party mit seiner Firma B-Motion Entertainment organisiert hat, immer noch sauer. Allerdings: Offenbar funktionierte das Veranstaltungskonzept unabhängig vom Auftreten des Sängers finanziell ohnehin nicht. Busse hat mit der "Senorita"-Party nach eigenen Angaben mehrere Tausend Euro Minus gemacht. Laut EJZ-Informationen soll der Auftritt den Veranstalter einen niedrigen fünfstelligen Betrag gekostet haben.

Während des Auftritts war der Sänger kaum bis gar nicht zu verstehen gewesen, weil die Musik im Hintergrund deutlich zu laut war. Einen Soundcheck habe Lombardi vor dem Auftritt laut Veranstalter nicht machen wollen. Die Kontrolle über die Lautstärke und Abstimmung der Hintergrundmusik lag laut Veranstalter während des Auftritts bei Lombardis Team. Zu den Vorwürfen antwortet Lombardis Management nur kurz: "Dazu werden wir keine Stellung nehmen und alles Weitere direkt mit dem Veranstalter besprechen."

"Der Hall in der Musik lag natürlich an der Scheune, da ist der Klang nun einmal nicht der beste. Aber die Lautstärke lässt sich doch regeln. Unser DJ hat das Problem erkannt und noch versucht, gegenzusteuern. Aber Lombardis Leute haben immer wieder lauter gemacht. Ich dachte, ich bin im falschen Film", erklärt Sebastian Busse. Statt der vereinbarten 30 Minuten Auftrittszeit habe Lombardi nur 25 Minuten auf der Bühne gestanden, wovon er laut Busse 17 Minuten gesungen hat. "Ich prüfe rechtliche Schritte und habe Kontakt zu einer Kanzlei aufgenommen", sagt der Veranstalter. Busse habe sich wegen Lombardis Auftreten zwar kein längeres Konzert gewünscht, aber ihm gehe es ums Prinzip: "Ich bin vollständig unzufrieden und fühle mich verarscht." Es habe Textaussetzer gegeben, außerdem habe der Sänger auf Busse auch neben der Bühne einen lustlosen Eindruck gemacht. "Ich glaube, er hatte einfach keine Lust aufs Dorf und auf uns", vermutet Busse. Insgesamt sei Lombardi nur etwa 40 Minuten in Krummasel gewesen. "Mir geht es nicht so sehr um den finanziellen Verlust, sondern um den Imageschaden für uns. Am Ende bin ich ja derjenige, der Lombardi hergeholt hat", sagt er.

In den sozialen Medien gab es neben vereinzeltem Zuspruch für den früheren "Deutschland sucht den Superstar"-Gewinner überwiegend negative Resonanz. "Für 18 Euro und 25 Minuten doch eher frech. Zumal er ein Gesicht gezogen hat wie zehn Tage Regenwetter", schrieb eine Userin dort. Eine andere Facebook-Nutzerin findet: "Ich finde es total übertrieben, ihn so schlecht zu machen. Der DJ vorher war grottig." Gegenüber der EJZ zeigten sich ebenfalls einige Besucher enttäuscht. "Die Karten waren überteuert, deswegen waren zu wenige Leute da. Man hat ihn überhaupt nicht gehört und gemerkt, dass er keinen Bock hatte. Wenn überhaupt gab es ein gequältes Lächeln. Als Zuschauer hat man sich verarscht gefühlt", findet ein 24-jähriger Partygast aus Lüchow.

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