Online: 31.12.2017 - ePaper: 01.01.2018

Viele Starter schafften mindestens 1003 Wiederholungen

Gummiarme und viel Power beim Liegestütz-Marathon in Lüchow

ZoomLiegestütze und Kniebeugen absolvieren oder Ausgleichsübungen machen war am Donnerstag im Kraftwerk angesagt beim Liegestütz-Marathon.

Lüchow. 10, 20 oder 30 Liegestütze oder Kniebeugen absolvieren, Zählen nicht vergessen, auf einem Plakat die Zahl notieren, eine Ausgleichsübung wie Hantel stemmen machen, kurz Luft holen - und weiter pumpen, egal wie. So verbrachten rund 30 Männer, Frauen und Jugendliche den Donnerstagvormittag im Lüchower Kraftwerk. Beim Liegestütz-Marathon von Robin Fox meisterte die große Mehrzahl in einer Stunde oder etwas mehr die magische Marke von 1003 Liegestützen und Kniebeugen - und jubelte, nachdem sie neue Kraft geschöpft hatten.

Der Jubel war angebracht. Denn zum einen hatten alle bewiesen, dass man mit viel Willen und Power Dinge schaffen kann, an die man zuvor nicht geglaubt hat. Zum anderen haben sie ihre Fitness mit einem außergewöhnlichen Kraftakt verbessert. Und letztlich halfen sie auch anderen. Denn alle Einnahmen des Liegestütz-Marathons kommen den Fördervereinen der Grundschulen Lüchow, Wustrow, Breselenz und Dannenberg zugute. Insgesamt rund 600 Euro sind das, berichtet der Fitnesstrainer und Gesundheitsmanager Fox.

Er hatte vor drei Jahren mit einem Mitarbeiter seines Fitnessbetriebs mit dem Liegestütz-Marathon begonnen. Jedes Jahr kommt auf das Ursprungsziel 1000 eine obendrauf, 1003 waren es somit am Donnerstag. Seit vergangenem Jahr richtet Fox den Wettbewerb, bei dem Frauen auch Kniebeugen absolvieren dürfen, öffentlich aus. Und wer mitmacht, bereut es trotz der Strapazen nicht. Stefan und Nadine Haul aus Fleetmark beispielsweise waren begeistert. Sie gingen wie von Fox gewünscht als Zweierteam die Herausforderung an. "Arbeitet als Team und puscht euch gegenseitig", hatte der Fitnesstrainer allen mit auf den Weg gegeben. Die Hauls machten das gerne, zumal sie ansonsten getrennt Sport treiben. Mehr als 1000 Wiederholungen zu schaffen "ist ganz schön hart. Aber wenn man sein Tempo gefunden hat, geht es gut", erklärt Stefan Haul. Aufgeben war nie ein Thema, "der Ehrgeiz ist da", so Stefanie Haul. Und Spaß mache es auch.

Zwischen den Liegestützen und Kniebeugen, die die meisten in 30er-Sätzen angehen, "erholen" sich alle bei Ausgleichsübungen, damit auch andere Muskelgruppen trainiert werden. Daniel Schulz, der sonst im Kampf-sport Mixed-Martial-Arts zu Hause ist, macht das auch, viele bewegen Hanteln oder arbeiten mit Fitnessbändern. Auch Schulz hat Spaß. "1000 Liegestütze gehen eigentlich, aber die Zeit ist knapp", meint er wie auch einige Zuschauer. Am Ende schafft er es wie auch Frank Fehlhaber und Hanno Saade. "Das klappte richtig gut", freut sich Fehlhaber mit Saade über letztlich sogar jeweils 1006 Liegestütze in etwas weniger als einer Stunde. Beide sind das erste Mal dabei und bilden ein Zweierteam. Fehlhabers Lebenspartnerin hatte Frank angemeldet, auch er bereut es wie Saade nicht. "Die Arme sind am Ende aber wie Gummi", meint EJZ-Geschäftsführer Saade wie viele andere auch.

Nebenbei motiviert Musik die Teilnehmer, die auf oder neben der Bühne schwitzen, manchmal rote Köpfe bekommen und immer wieder in die Knie oder in die Bauchlage gehen. Als die Boxer-Rocky-Hymne "Eye of the Tiger" durch das Kraftwerk hallt, geht es in den Endspurt. Wer es in der Stunde nicht schafft, macht weiter - die Zeit ist letztlich egal, erklärt Fox. Er benötigt diesmal 1:05 Stunden, da er sich zwischendurch immer wieder noch um organisatorische Details kümmern muss. Aber auch er knackt die Marke. Am Schluss sei es "auch für uns Trainer schon schwer, den Oberkörper immer wieder hoch zu bekommen". Die Liegestütze und Kniebeugen müssen von den Fitnesssportlern auch nicht hundertprozentig sauber ausgeführt werden, übt er Nachsicht. Und letztlich sei es auch nicht schlimm, wenn man nicht 1003 geschafft hat. Alle bemühen sich aber darum. "Sehr viele, aber nicht alle haben es geschafft. Keiner war aber unzufrieden", betont Fox. Auch mehrere hundert seien bereits eine beachtliche Zahl. Und am Ende bekommt er viele positive Feedbacks, während es für die Finisher Urkunden gibt. Zuvor hatte sich Lüchows stellvertretender Bürgermeister Torsten Petersen bei der Begrüßung gefreut, dass sich die Veranstaltung etabliere.↔ koo

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