Online: 05.10.2017 - ePaper: 06.10.2017

Waldvernichtung für Privatinteresse

Betrifft: Leserbrief "Naturzerstörende Goldgräbervision" von Adelheid Danielowski, EJZ vom 16. September

Philipp zu Guttenberg, der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer, äußerte sich kürzlich in Zusammenhang mit dem Waldbericht 2017 der Bundesregierung: "Die Waldfläche ist angewachsen, der Bestand der alten Bäume hat zugenommen, der Holzvorrat ist auf einem Höchststand." Gleichwohl bezeichnete er die bundesweite Flächenzerschneidung als besorgniserregend. Laut Waldbericht gelten von den 11,4 Millionen Hektar Wald nur 1,3 Millionen als unzerschnitten.

Umso wichtiger erscheint es mir, dass die vorhandenen Flächen in ihrer Einheit erhalten werden, nicht durch unnötige Eingriffe zerschnitten und in Flickenteppiche verwandelt werden. Pro Tag werden in Deutschland 75 Hektar Land versiegelt, überwiegend Agrarfläche, aber auch Wald. Dem Wald wird im Bericht der Regierung eine hervorragende Kobilanz zugesprochen. Bezogen auf die Niedersächsischen Landesforsten berichtete deren Sprecher, dass ein Hektar Wald im Jahr rund zehn Tonnen Kohlenstoffdioxid bindet und bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub filtert. Je nach Baumart werden 23 Tonnen Sauerstoff pro Hektar freigesetzt. Hinzu kommen Grundwasserneubildung, der Lebensraum für 13000 Arten und der Erholungswert.

Und dies soll vernichtet werden, um privatwirtschaftliche Interessen zu befriedigen. Im Sinne einer totalen Kosten-Nutzen-Betrachtung, die immer auch die bereits geschilderten Effekte mit berücksichtigt, ist der geplante Windpark des Grafen von Bernstorff im Trebeler Wald sicher nicht. Und er ist sicher auch nicht im Sinne einer Energiewende.

↔Klaus-Reinhard Sommer,

↔Prezelle

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