Online: 08.12.2017 - ePaper: 09.12.2017

CSU-Interessen

Betrifft: Verhältnis CDU und CSU

"Buxtehude", sagte meine Oma, "das ist da, wo der Schwanz mit dem Hund wedelt". Seit Jahrzehnten ist in der Politik "Buxtehude" überall. Seit es die "Union" aus CDU und CSU gibt, wedelt der bayerische Schwanz mit dem deutschen Hund. Immer wieder setzt diese Regionalpartei ihre - meist von bayerischen (Partei-)Interessen bestimmten - politischen Ziele in der ganzen Republik durch. Mit Erfolg. Zunächst in der BRD, als großer Empfänger des Länderausgleichs, und dann als erfolgreicher Industrieansiedler dank bundesweiter Subventionen. Warum wird heute noch Flugbenzin subventioniert? Weil Franz-Josef Strauß (bayerischer Politiker der 50er- bis 80er-Jahre) ein Vielflieger war...

Pkw-Maut? Nicht mit mir, meinte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Da lachen die Seehofers und "DobRinder". Der neueste Streich der CSU beschränkt sich nicht mehr auf Deutschland, sondern stimmt EU-weit der Glyphosat-Verlängerung ("RoundUp") zu. Wann trennt sich die CDU endlich von der CSU und schafft im Parlament und der Gesellschaft klare Verhältnisse? Oder umgekehrt. Wie wäre es, wenn die Linke nur in den östlichen und die SPD nur in den westlichen Bundesländern kandidiert und sie eine Fraktionsgemeinschaft, eine "Sozialunion", bilden? Vielleicht könnten die Grünen zur baden-württembergischen Regionalpartei werden und ihrerseits mit der CDU eine Union bilden? Dann wäre Schluss mit Jamaika-Spekulationen, und die FDP sähe ganz schön blöd aus.

Ich hoffe nur, dass aus "Buxtehude" nicht "Weimar" wird.

Helmut Koch, Karmitz

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