Online: 15.12.2017 - ePaper: 16.12.2017

Stiftung für Wolfsschäden

Betrifft: Artikel "Wolfsautobahn Gartower Forst" (EJZ vom 9. Dezember)

In einigen Ländern sind Kühe und Affen heilig - nicht gerade zu deren Segen. Es grassiert die ASP (afrikanische Schweinepest) nicht weit von Deutschlands Grenze. Die Viren Unwissenheit und Naivität waren ebenfalls schon immer gefährlich. Das Virus einer fanatischen Ideologie als zusätzlicher Komponente macht die Mixtur toxisch und spaltet. Es wäre ein Armutszeugnis für uns alle, künftige Generationen den Anblick frei lebender größerer Säugetiere nicht mehr zu ermöglichen und stattdessen auf Zoos zu verweisen. Fernwechsel aller wandernden Tierarten ziehen sich durch ganz Europa. Sie bewegen sich in alle Richtungen. Der große Gartower Forst zieht den Wolf an. Diesen WechseI als "Wolfsautobahn Gartower Forst" zu kreieren ist zumindest übertrieben, wenn nicht zweifelhaft. Beim Thema Wolf scheiden sich die Geister. Manche haben dabei erhebliche "Aussetzer". Der auf Harmonie bedachte Vortragende in Gartow plädierte für eine "differenzierte Auseinandersetzung". Wie diese erfolgen soll und mit wem, bleibt offen. Die Vernunft, gepaart mit dem dazugehörenden gesunden Verstand, der vielen von uns als abhanden gekommen erscheint, muss dafür sorgen, jedwede Ideologie bereits im Keim zu ersticken. Wir wissen, dass ein Tier niemals als Sündenbock abgestempelt werden kann - der Mensch schon. Was ist ein Mann wert, der nicht in der Lage zu sein scheint, auch nur einen im Ansatz praktikablen Lösungsentwurf in Sachen Wolf zu liefern? Dazu gehört umfassendes Wissen, außerordentlich viel Courage und herausragender Mut, die Wahrheit beim Namen zu nennen - mit dem Wissen, geteert und gefedert zu werden.

Für "Wolfsbefürworter" - was für ein Wort! - wäre die Gründung einer Stiftung durch die Partei "Bündnis 90/Die Grünen" empfehlenswert. Wer "Wolf total" fordert, muss auch "total komplett" zahlen. Der gebeutelte Steuerzahler wäre dann nicht der Zahlmeister der Zeche einiger weniger. Apropos: Wäre es nicht sinnvoll, die "Wolfsautobahnen" Europas direkt in die Umwelt-Ministerien zu führen - Hannover via Berlin via Brüssel? Sitzt die Vertretung der Bauern und Waldbesitzer neuerdings in Gartow? Oder findet man sie weiterhin in Hannover? Dass der Wolf mit seiner Jagd die extrem gefährliche ASP aufhalten könnte, ist Wunschdenken. Als Überträger kommen alle in Frage, die da "kreuchen und fleuchen", unter anderem Wolf, Luchs und Seeadler. Dass das Damwild dem Wolf weit besser mundet als das wehrhafte Schwarzwild, zeigen die schwindenden Damwildbestände. Sie werden in absehbarer Zeit gegen Null tendieren.Das Muffelwild ist, wie wir alle es wissen, bereits vom Wolf ausgerottet. Sind Wald und Flur vom Wild "befreit", wird das große Fressen dort weitergehen, wo es niemand will. Der Vortrag in Gartow war nicht nur nicht mehr aktuell, sondern hatte bereits einen langen Bart.

↔Reinhard Heck, Hitzacker

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