Online: 12.01.2018 - ePaper: 13.01.2018

Ausgebeutete sollten künftig gemeinsam agieren

Betrifft: Leserbrief "Die Gewalt war schon da" (EJZ vom 3. Januar)

Herr Sauerteig weist dankenswerterweise auf die weltweiten Gewaltverhältnisse im Kapitalismus hin. Gemessen daran sei die Aufregung über angezündete Autos beim G20-Gipfel in Hamburg eher unverständlich. Diese Gewaltverhältnisse verdeutlicht er unter anderem an den Bedingungen der weltweiten Autoproduktion. Leider gleitet er dann in eine moralische Sichtweise ab, die nichts erklärt und nicht weiterhilft: "Wir alle haben dabei kein schlechtes Gewissen." Sinnvoller ist es, den Zusammenhang zwischen den Ausbeutungsbedingungen in Ländern wie Chile oder Guinea (beispielsweise beim Abbau von Rohstoffen) und denen in Ländern wie Deutschland oder Spanien (beispielsweise in den Autofabriken) zu verdeutlichen. Diese Bedingungen sind zwar unterschiedlich, gehorchen aber dem gemeinsamen Profitinteresse des Kapitals. Insofern sollten wir daran arbeiten, wie die Ausgebeuteten und Erniedrigten aller Länder gemeinsam agieren können. Das würde den Herrschenden mehr Kopfzerbrechen bereiten als ein paar Steinwürfe.

Andreas Salomon,

Schweskau

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