Online: 12.01.2018 - ePaper: 13.01.2018

Orte in den ehemaligen deutschen Gebieten

Betrifft: "Kleines Städtchen, großer Jesus" (EJZ vom 15. Dezember)

In diesem interessanten Artikel berichtet die EJZ über den polnischen Ort "Swiebodzin" - von dem unter dieser Bezeichnung wohl nur wenige Leser jemals gehört haben. Der deutsche Name des Städtchens lautet "Schwiebus", es liegt in der ehemaligen "Neumark" jenseits der Oder und hat jahrhundertelang zur Provinz Brandenburg und zu Deutschland gehört. Deutschland und Polen haben völkerrechtlich vereinbart, dass für die 1945 an Polen gefallenen Provinzen in deutschen Texten selbstverständlich deutsche Namen benutzt werden. Spätestens seit dieser freundschaftlichen Regelung kommt kaum noch ein Journalist auf den Gedanken, unseren polnischen Nachbarn einen Gefallen damit tun zu können, dass er von "Szczecin" statt Stettin oder von "Wroclaw" statt Breslau spricht. Wie wäre es, wenn die EJZ sich dieser zeitgemäßen Regelung anschlösse?

Wehmut an dieverlorene Heimat

Immer noch leben über 3000 Menschen, die in Schwiebus und im Landkreis Züllichau-Schwiebus ihr Zuhause hatten. Will man besonders diesen Personenkreis (und deren Nachkommen), die gerade im Alter mit Wehmut an die verlorene Heimat denken, bewusst vor den Kopf stoßen? Oder beruht die Namenswahl einfach auf einfacher Gedankenlosigkeit? Wenn Letzteres zutrifft, dürfen wir künftig gewiss auch in der EJZ mit zeitgemäßen, gegebenfalls beide Namensfassungen mit einem Spiegelstrich verbindenden Bezeichnungen rechnen.

Dr. Bernd von Sydow,

Gummern

Bundessprecher der Landsmannschaft Ostbrandenburg/Neumark

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