Online: 02.03.2018 - ePaper: 03.03.2018

Standort Hitzacker-Dorf steht in Frage

Betrifft: Startschuss in der Dorfstraße, EJZ vom 20. Februar

Es scheint ja toll zu sein, dass die ersten Baugenehmigungen für Hitzacker-Dorf erteilt wurden und nun endlich mit dem Bau angefangen werden soll. Auch ist es ja toll, dass laut Herrn Hagelstein endlich eine Lösung für den vielbefahrenen Sarensecker Weg gefunden wurde, um den sich abzeichnenden Lkw-Verkehr für die Bauphase zu verlagern. Echt alles super und alle Hitzackeraner, vorweg die Kommunalpolitiker, freuen sich.

Eigentlich sollte man es aber besser wissen. Eine Wohn- oder Mischbebauung neben einem Gewerbegebiet führt zwangsläufig zu Konflikten. Die Lüchow-Dannenberger und die Kommunalvertreter haben das in der Vergangenheit bereits in jedem Gewerbegebiet erlebt. In Dannenberg der Lärm in Verbindung mit Allfein und in Lüchow mit der SKF. In beiden Fällen haben - nach meinem Wissen - die Gewerbebetriebe Aufwand und Kosten gehabt, um die Konflikte zu befrieden. Auch kommen die meisten Beschwerden von DAN-Neubürgern und nicht von den eigentlichen Lüchow-Dannenbergern. Es gilt: Eine unbebaute Wiese oder ein Acker beschweren sich nicht.

Die Situation der Geschäftsführung von Ceratizit dürfte durch die jetzige Situation noch schwieriger werden und dessen Management wird wenig Verständnis für die Probleme des im Konzern kleinsten Werkes in Hitzacker haben. Da geht es lediglich um Planungssicherheit und um möglichst wenige Störungen durch Nachbarn oder sonstige Einflüsse aus der Region. Die Standortfrage dürfte noch nie so laut gestellt worden sein wie jetzt.

Der Gipfel der Frechheit sind aber die Aussagen der Dorfprotagonisten in Bezug auf die Hitzackeraner Bürger. Man erinnere sich: Die Genossenschaft schreibt sich Toleranz und Rücksichtnahme auf die Fahne, man will informieren. Was heißt das in diesem Fall? Der zu erwartenden Verkehr soll nicht mehr durch den Sarensecker Weg - wegen der Belästigung. Die Lösung soll sein, die Durchfahrt durch Hitzacker-Süd zu sperren und den gesamten Lkw-Verkehr durch die Bahnhofstraße und die Straße Am Bahnhof zum Sarensecker Weg zu führen. Gleichzeitig soll eine temporäre Einfahrt vom Grundstück der Genossen in den Sarensecker Weg gebaut werden, damit der Bauverkehr vor der Nase der Alteinwohner stattfinden kann. Das geschieht, obwohl die Zufahrt für dieses Baugrundstück laut Bebauungsplan von der anderen Grundstücksseite (Mastenweg) geplant ist und gegen den Willen der Anwohner, auch aus Rücksicht auf die Kostensituation der Bauherren. Bei einer Zuwegung über die nach B-Plan vorgesehene Zufahrt müsste gar kein Verkehr über den Sarensecker Weg geführt werden. Tolle Entlastung und Rücksichtnahme. Die Anwohner in der Bahnhofstraße zu informieren, hat man wohl vergessen. Wurde da nicht jemand, vom Land gefördert und bezahlt, extra dafür bei den Genossen eingestellt?

Abschließend: Informationen - wie immer - mangelhaft. Viele haben von der Informationspolitik der Atombetreiber ganz offensichtlich viel gelernt und informieren in eigener Sache noch schlechter.

Ralf Prahler, Karwitz

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